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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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103
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Cluny. 103

Wirkung eine neue Pflegstätte cluniacensischen Geistes im Gebiete zähringischenWaltens sich im Entstehen befand.

Hermann hat sicli des Auftrages entledigt, denn beide zuletzt genanntenUrkunden gelangten in der That in das Klosterarchiv von Cluny. Es scheint,dass Hesso baldigst der Welt zu entsagen gedachte, als er Hermann zumVollstrecker seines Willens einsetzte; denn der nobilis homo, der auf derbreisgauischen Malstätte vor Hermann erschien, ist in der Königsurkunde zumreligiosus vir nomine Hesso geworden.

Wenn Hesso sich mönchischem Leben widmete, so folgte ihm baldgenug der Markgraf selber nach. Zwar war er jung und besass ein jungesGemahl, Judith, die man mit Wahrscheinlichkeit für die Tochter Graf Adal-bert's von Calw, des frommen Erneuerers von Hirsau erklärt hat 343 . Siewäre es dann gewesen, die Hermann die Besitzungen am nördlichen Schwarz-wald zugebracht hat, aus denen dann später die eigentliche MarkgrafschaftBaden erwachsen sollte, und hat wohl mit Hermann zusammen die Pancratius-Pfarrkirche zu Backnang ausgestattet 344 , die später der Sohn Beider, Her-mann II zu einem Augustinercanonicat umwandelte. Jedenfalls besass Judithden Sinn des Calw'schen Grafenhauses, die Hinneigung zu den kirchlich-strengenTendenzen, den geistlichen Uebungen und dem vertrauten Seelenverkehr mitgeistlichen Personen, in denen die Kaiserin Agnes, die Gräfin Mathilde undandere berühmte und bewunderte Frauen dieser Zeit so völlig aufgingen. Und

inzwischen noch keine Kleriker berufen worden waren, also die Notitia zeitlich der Königs-urkunde nicht viel voraufgehen kann. Dass die ecelesia im Text der Königsurkunde mitder capella der Notitia eine und dieselbe ist, geht auch aus der Rückaufschrift der Urk.Heinrich's hervor, die sie zu Cluny erhielt: Prcceptum Henrici quarti imperatoris deBimcsingyonis capella, cum allodio et patrimonio Hessonis boni viri.

843 Ihr Name Bert. Ann. zu 1091.nobilis genere". Die Hypothese ihrer Abkunftstammt von Schöpflin I 278. Cf. aber auch Krieg von Hochfelden, Gesch. d. Gr. v.Eberstein, Karlsr. 1836, S. 7 f. Sie braucht nicht, wie bisher angenommen und auch inKrieg's Beweisführung gegen ihre Calw'sche Abkunft zu Grunde gelegt wurde, mit einer derin der Urk. WüUB 1 276 ff. genannten Töchter Adalbert's, nämlich Uta und Irmingard, diedort der Neuausstattung Hirsaus mit zustimmen, identisch sein zu sollen, sofern sie näm-lich bei ihrer Vermählung abgefunden war und auf Weiteres verzichtet hatte, was schonaus dem durch sie bei Hermann's I Lebzeiten an die Markgrafenlinie gekommenen Besitzzu folgern ist und auch der Regel entspricht. Als Tochter Adalbert's wäre Judith durchPapst Leo's IX Schwester, ihres Vaters Mutter, auch dem Egisheimer Hause zugehöriggewesen.

844 WüUB I 343 u. 348f. Man steht hier doch auf schwankendem Boden. Nach derzweiten Urkunde könnten die ipsius parentes, die die Backnanger Kirche früher ausgestattethatten, statt als die Eltern Hermann's H auch als die seiner Gemahlin (die gleichfallsJudith, Judintha hiess) gedeutet werden. Wenn andererseits wirklich Hermann I undseine Gemahlin gemeint sein sollten, kann die verhältnissmässig grosse Entfernung Back-nang's von dem Mittelpunct des Calw'schen Hauses wieder gegen die Herkunft der älterenJudith von letzterem sprechen.