Hermann als Graf. Stiftungen Hesso's. 101
die zum Theil dem Breisgau zugehörigen Schenkungen bestätigt, mit denender Gründer Ottmarsheims diese seine Stiftung begabt hatte. Mittheilungs-reicher noch über Hermann's Grafenamt im Breisgau und diesen Gau selbstsind zwei undatirte Urkunden, von denen die eine 832 , längst bekannt, zumannigfachen Erörterungen Anlass gegeben hat und nun durch die zweite,erst ganz neuerdings gedruckte 333 ihre Ergänzung findet.
Im Jahre 1052 hatte Hesso, der ältest bekanntere der Herren vonUesen-berg ein Gotteshaus der Maria, St. Peters und aller Heiligen durch BischofRumold (1051—1069) von Constanz weihen lassen und mit liegendem Gutund Leuten bewidmet 3SI . Als dann später sein Bruder Lambert starb, bauteHesso zu seines Bruders Gedächtniss noch eine kleine St. Nicolauscapelleund stattete sie mit einem Hörigen und dem diesem zugewiesenen Gut in dennahen Orten Nitnburg und Bözingen aus 335 . Er traf ferner auch Sorge fürsein eigenes und seiner Frau Goute Seelengedächtniss in der Kirche zu Eich-stetten. Die kleine Nicolauscapelle aber bat er den Bischof Beringer vonBasel zu weihen, der 1057 — 1072 im Amte war 336 . Nachher ward über allediese einzelnen Geschehnisse eine Urkunde 337 geschrieben und diese nun hatbei ihrer Datirung „duce Bertoldo, conäte Herimanno" B88 .
mann's Grafschaft sich vom Kaiserstuhl bis eng in den südwestlichen Winkel des Breis-gaus vertheilen, ist an ein damaliges Getheiltseiu des Breisgau's in mehrere Grafschaftennicht zu denken.
332 Schöpflin V 20 f.
338 Recueil des chartes de l'abbaye de Oluny (Docc. ined. sur l'hist. de France) T. IV.Paris 1888. S. 557.
384 In dem Zusatz der Urk. (bei Schöpflin 1. c.) ist es schon einfach St. Peter zu-geheiligt. Es heisst nirgends, wie Schöpflin deutet und Andere nachgesprochen haben,dass es zu Eichstetten selber stand. Vielmehr ist erst bei Hesso's Anniversar von derEichstatcnsis ecdesia und zwar als der Mutterkirche der Capelle und weiterhin vonbeiden (ecdesia simulque capellula) die Rede. Ich möchte nun weiter meinen, dass dieStiftung Hesso's von 1052 das Gotteshaus St. Peter's. auf dem Kaiserstuhl, auf der Eichel-spitze über Eichstetten gewesen sei, das im 14. Jahrhundert dem Markgrafen von Hoch-berg , Hesso, dem Erben der Uesenberger gehörte und das er den Paulinereremitenübergab. Auch um 1300 war das Klösterlein in gutem Stande, denn unter den "Wein-zinsern an St. Ulrich werden unter Ihringen auch „die münche uf Kaiserstule" mit „1 soum"genannt. (Notiz aus einem Rodel im Gen.-Landosarchiv zu Karlsruhe, St. Peter Generalia.Ich verdanke sie einer Ueberweisung A. Schulte's.)
885 N ue mfourc und Bezingen. Letzteres könnte ja auch das näher an Nimburg liegendeBöttingen sein. Das ist aber sehr unwahrscheinlich und dann unmöglich, wenn Bodinchoca(Wartmann, St. Galler Urkundenbuch I 17), was ich dahin gestellt sein lassen muss, Böt-tingen ist.
3 »o Trouillat 1 183.
337 Eben die bei Schöpflin 1. c.
838 Freilich schon zu dem Actum von 1052, zu dem die anderen Datirungsangabenalle genau stimmen. Die Urkunde ist eine zusammengesetzte Notitia, die schon Beringer'swegen allerfrühestens 1057 aufgezeichnet sein kann und es wahrscheinlich erst später ist.