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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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93
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Tod Bertold's I. 93

liehen Wendung seiner Krankheit, am 5. oder 6. November 1078 31 °, der Todihn erlöste. Seinen Leichnam, der in Weilheim keine Stätte der Ruhe mehrhätte finden können, brachten die Seinigen in dasjenige Kloster, das den Leben-den oft bei sich als Freund gesehen hatte, nach Hirsau, und hier hat HerzogBertold nun auch im Tode Gastfreundschaft gefunden 311 . Dort hat durchJahre hindurch über Bertold's I Grabe seiner Söhne einer gebetet, der zuHirsau das Mönchsgewand trug.

Folgenden Nachruf hat Bertold von Reichenau dem der Gregorianer-parthei entrissenen Herzog gewidmet:Er war der christlichen Frömmig-keit ein Freund und eifriger Vertheidiger, Einer, der in massiger und geordnet-ehrenvoller Lebensführung von nicht durchschnittlicher und in Gerechtigkeitund Frieden, Demuth, Barmherzigkeitspflege und Eifer für Gott von dienst-willigster Haltung befunden ward, ein sehr unterrichteter Hüter der Rechteund der väterlichen Würden, in grosser Berathung ein Mann weisester Artund schlechthin als Mensch in jeglicher Ehrbarkeit der Sitte von rechterMannestüchtigkeit". Dieser erkennbar sorgfältig abgewogenen Charakteristiksei weder Auslegung noch Kritik hinzugefügt. Die ganze Art der mittelalter-lichen Ueberlieferung verstattet so sehr selten, wie in die Thaten eines Han-delnden, so dann auch in seine Erwägungen, in die Verschlingungen seinerGedanken und Ziele oder gar in seiner Seele tieferen Grund zu schauen: wirnehmen gerne das ruhig gegebene Urtheil des Zeitgenossen hin, der Bertoldkannte und sah oder doch mit denen, die ihn kannten, über ihn als über daszweite und zwar das ehrwürdigere Haupt der Parthei forschende Gesprächepflog. Wir können es um so eher thun, als des Chronisten Urtheil nur demauch uns von Bertold bekannten Thatsächlichen entspricht. Aber woraufder gregorianische Mönch nicht geachtet und hingewiesen hat, das dürfenwir hinzufügen: dass Bertold nirgendwo sein Privatinteresse hervorgedrängt,niemals an dieses sein Handeln gebunden hat, dass all sein Thun rein undallein von dem bestimmt war, was er als das Beste des Reiches und der vondem Imperium weltlich geleiteten Christenheit Wohl nach seiner Art undseinem Geiste erkannt hatte. Und dann: dass er ein Treuer war vor Allen

310 Das Tagesdatum 6. Nov. haben die Notae chronologicae Bernoldi MG Necr. I659 (Eintrag eines Fortsetzers); den 5. November das Necrol. P.etrishusanum aus dem12. Jahrh. ibid. 676 (von verhältnissmässig alter Hand). Ausser Ekkehard und den ausihm schöpfenden späteren Darstellern haben auch die Ann. Marbac. MGSS. XVII (Ann.Argent. plen. bei Böhmer Fontes III 68) Bertold's Tod irrig zu 1077. Sehr weit sichverbreitendes Interesse scheint Bertold's I Tod in den damaligen Wirren nicht gemachtzu haben; es müssten denn ihn verzeichnende Jahrbücher entfernterer Gegenden uns ver-loren sein.

811 Catal. S. Petri Freib. Diöc.-Arch. XIV 83 (u. Auszug a. d. Thenenbacher Urbarib. 84). Ein das veranlassender. Wunsch Bertold's, wie ihn M. Kerker, Wilhelm d. Selige,Abt von Hirschau, Tüb. 1863, S. 83 annimmt, ist nicht nachzuweisen.