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Krank und todesmatt lag in diesen Tagen Herzog Bertold hinter denMauern seiner Limburg 3U8 . Der Brandrauch der Dörfer nahe umher, derJammerruf seiner Treuen drangen zu dem gebrochenen Manne auf dem krieg-umringten Bergkegel empor und beschleunigten sein Ende; er bestellte seinHaus und befahl sich seinem Gott 309 . Aber kein sanftes Hinscheiden wardihm beschieden : zu grauenhaft verwirrend waren auf das Gemüth des Krankendie alles vernichtenden Ereignisse seiner letzten Lebenstage eingestürmt; inwilden Fieberphantasien lag er, bis dann am siebenten Tage seit der gefähr-
Sanpetrinus ed. v. Weeeh, Freib. Diöc.-Archiv XV S. 140. Weiteres zu 1093. — Bertoldwürde doch wohl bei seinem bald hiernach erfolgten Tode in diesem seinem Sterbeorte sosehr nahe gelegenen Gotteshause, gerade seiner Stiftung begraben worden sein, wenn diesenicht damals bedroht gewesen wäre, oder, was wahrscheinlicher ist, schon in den Trümmerngelegen hätte, aus denen sie nicht wieder erstanden ist.
308 Ekkehard's Chron. MGSS. VI 203 hat den Namen aufbewahrt: in quodam oppidosuo Lintperg naturaliter munito. Obgleich dies auch auf die hoch und steil über demRheiustrom landabgewandt aufragende grosse Limburg bei Sasbach (nördlich vom Kaiser-stuhl) gedeutet werden könnte, ist doch an diese schon desswegen nicht zu denken, weilder Breisgau in den Händen Wernher's von Strassburg war und Bertold nach seines SohnesStrafverfahren gegen die breisgauischen Bauern sich nicht gut unter diese — oder ihreAngehörigen — begeben haben kann. Dazu kommt, dass mindestens die Hälfte der Lim-burg am Rhein 1239 dem Grafen von Habsburg-Laufenburg gehört, der dort einen Vogt{advocatus de Limberch, einen geborenen Endinger) hält. Er setzt die Hälfte der Burg einerUracherin zum Witthum aus. FUB 1 178. Weiteres ist nicht über diese Ehe bekannt, alsoauch nicht, wann diese Hälfte zurückfiel. 1300 wurde die Burg dann von Rittern, welchesie von dem Habsburg-Laufenburger Grafen gekauft hatten, den Freiburger Grafen zu Lehenaufgetragen (die freilich schon 1281 einmal — allerdings in erfolgreicher Fehde gegen dieHabsburger und mit Bestimmungen gerade zum Behuf dieser Fehde — über sie verfügen.Vgl. Riezler, Fürstenb. Gesch. 122.)
Bertold I weilte also auf der Limburg bei Weilheim, im Herzen seiner Besitzungenan der Alb, und mit Obigem ist eine Anzahl von Freunden der Limburg am Rheinwiderlegt.
Nachtr. Auch A. Schulte, Zs. f. Gesch. d. Oberrh. N. F. IV S. 490 Anm. beziehtdie Ekkchardstelle auf die Limburg b. Weilheim, in welcher er in anregender Darlegungeine zu Vertheidigungszwecken erbaute Burgstadt (weil oppidum, auch urbs) erkennt, wiederen im zähr. Machtumkreis mehrere vorkommen. — Wie vortrefflich ist also Ekkehardwieder über zähringische Dinge unterrichtet!
300 Bertold Ann. 313. Er lässt den Herzog auch sanft verscheiden, ebenso Bernold435: in pace. Aber für diese Beiden ist auch das Sterben eine Partheisache: jeder Todes-fall auf Heinrich's Seite wird durch ihre Darstellung zu schreckenerregender, fürchterlicherStrafe des Himmels verzerrt und das zwingt sie nun, Bertold's Tod recht friedlich dar-zustellen. — Für Ekkehard liegen diese Gesichtspuncte ferner; zudem haben wir ihn schonöfter als besonders wohl berichtet über die älteren Zähringer kennen gelernt, und was erhier — nur falsch zu 1077 — mit genauen Nebenangaben (die Limburg; ferner auch die7 Tage, die sich gerade zu den uns bekannten Daten fügen) und doch mit Vorbehalt erzählt,ist weder sonderbar, noch für Bertold's Andenken verletzend: pro dolore animi dieitur exmorbo, quem medici frenesin vocant, oecupatus fuisse septemque diebus postea superstes multaamentiae verba quasi delirans protvlisse sieque vitam finisse.