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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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91
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Nutzloser Sieg Bertold's. Kriegsnoth in Schwaben. 91

nämlich Heinrich getrennt erst die Sachsen und dann schleunigst sie selbstzu vernichten suchen werde, das schien, obwohl ihre Vereinigung mit KönigRudolf nicht gelungen war, nun doch in weitere Ferne gerückt.

Heinrich, dein sogleich nach der Schlacht gegen Rudolf ein Zusammen-stoss mit den Schwaben höchst ungelegen gewesen wäre, hatte sich nachBaiern begeben 30 * und zog hier in seinem eigentlichen Rüstgebiet ritterlicherTruppen neue Mannschaften heran, um, wie allgemein angenommen ward,noch vor dem Winter eine neue Heerfahrt gegen die Sachsen zu thun 305 . Aberob ihm nun die Jahreszeit dafür schliesslich zu weit vorrückte oder ob er zu-nächst mit den minder mächtigen Gegnern im Rücken fertig zu werden über-haupt vorzog: er führte in der zweiten Hälfte des Octobers sein ganzes ausBöhmen, Baiern und Franken bestehendes Heer nach Schwaben hinein, wosich daraufhin auch seine Anhänger von neuem erhoben, während von Süd-westen her zugleich wieder die Burgunder, die feindlichen Nachbarn des unterihnen so mächtigen Rheinfeldners in Schwaben einbrachen. Auch wenn derUeberfall von beiden Seiten nicht so plötzlich erfolgt wäre, wäre eine offeneLandesvertheidigung der Getreuen Rudolfs gegen die gesammte königlicheHeeresmacht und Anhängerschaft unmöglich gewesen; nur hier und da über-fielen sie mit Glück verwegene Streifzügler und büssten an ihnen durch Todund Verstümmelung deren eigenes und ihrer Genossen Hausen. Denn ärgerdenn je wüthete jetzt zum dritten Male in diesen Tagen um Aller-heiligen (1. Nov.) in Schwaben die schlimme Art, die allen Heerzügen geradedieses deutschen Bürgerkrieges anhaftet, Plünderung überall, Brand dererntegefüllten Dörfer, Zerstörung der Burgen und festen Plätze, höhnendeVerunglimpfung der gegnerischen Gotteshäuser und die furchtbare Kriegs-noth der Frauen. Vor allen auf Weif's und Bertold's eigene Besitzungen 306stürzte sich der wilde Schwärm, der wohl auch die von Bertold gegründeteund mit Hirsauern besetzte junge zähringische Hauspropstei Weilheim 307 zurraschen Vernichtung kurzen Gedeihens gebracht hat.

3M Bert. Ann. 312.

805 Bert. Ann. 313.

300 Bernold 435. Die Ann. Einsiedlunses MGSS. III 146 berichten darum sogar denganzen Einfall in Schwaben vom Herbst 1078 als d[eva)statio W(clf)liardi ducis Noricorum(ducajtus comitis Terhtölfi de (Ce)ringen. Die Ann. Aug. MGSS. III 129 erwähnen denKampf in Schwaben, ohne der Zähringer besonders zu gedenken; ihre Anspielung:diefrüher geistliches Gut plünderten, werden nun bei ihrer gegenseitigen Entzweiung au ihrenGütern durch Gottes Rache bestraft", zeigt sich als eine mehr gegen die Laien überhauptgerichtete Floskel. Sie fügen hinzu: (rex) castella satis munita destruxit.

307 "Weilheim im Neckargau (jetzt im württ. OA. Kirchheim u. T.). Die Gründungdurch Bertold I giebt die späte, aber tüchtige Klostcrarbeit aus St. Peter (Freib. Diöc-Archiv XIV) S. 71 au: Wilhain, ubi erat prepositura a patre eiusdem [Bertold's II] anti-quitus iiistituta. Vgl. auch ib. 84. Als Propstei bezeichnet Weilheim auch der CodexHirsaugiensis (Bibl. de stuttg. litt. Ver. I) S. 85. Eine bestätigende Bezugnahme im Rotulus