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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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90 1078.

König Heinrich den "Weg und schob sich zwischen sie und den nach Südenziehenden, ebenfalls auf die Vereinigung der sächsischen und schwäbischenTruppen bedachten Rudolf. Die Herzöge waren gezwungen ein Lager zu be-ziehen und zu versuchen von diesem aus unter täglichen Erwartungen einerSchlacht doch einen Ausweg zu finden, um zu Rudolf durchzudringen. Heinrichjedoch hielt sie völlig in Schach, indem auch er nach dem Vorgang derBischöfe seiner Parthei die Bauern aus diesen ihm treuen Gegenden in denWaffendienst zog und zwölftausend kampflustige derartige Streiter in nächsterNähe des Schwabenlagers aufstellte, so dass durch sie jeder Durchbruchsver-such der Schwaben unmöglich gemacht und sogar jeglicher Versuch, wenig-stens Nachricht zu Rudolf gelangen zu lassen vereitelt wurde. Er selbstrückte dann, nachdem er auf jene Weise gesorgt hatte Bertold und Weif inFranken 301 zurückzuhalten, Rudolf entgegen, den er schon im nördlicherenFranken traf und durch die Schlacht bei Mellrichstadt an der Streu (7. August)zur Umkehr nach Thüringen und Sachsen zwang. Inzwischen aber waren,sobald sich der König in weiterer Entfernung befand, die beiden Herzögemit ihrem schwäbischen Heere doch zum offenen Kampfe gegen die zahl-reicheren Bauern vorgegangen und hatten zufällig ebenfalls am 7. August den Sieg, jedoch nicht ohne härtestes Ringen erfochten: zum Schluss warendie Bauern völlig zersprengt und nun verhängte Herzog Bertold über die Ge-fangenen hier dieselbe Strafe für ihr Waffentragen, die schon sein Sohn inkleinerem Massstab auf anderem Siegesfelde vollstreckt hatte. Ein strate-gischer Erfolg war übrigens der Sieg der Herzoge jetzt nicht mehr: sie er-fuhren bald genug von der Schlacht von Mellrichstadt 30i und wenn ihnendieselbe auch als ein völliger Sieg Rudolfs dargestellt ward, konnte ihnendoch sein Rückzug nach Norden nicht verhohlen bleiben. Da sie nicht darandenken konnten, auf eigene Hand mit ihrem dem Könige selber nicht ge-wachsenen Heere noch weiter vorzugehen, plünderten und verwüsteten siemit Raub und Brand das nähergelegene Heinrich anhängende Gebiet, nahmeneinige 303 Positionen der Gegner ein und kehrten sodann froh und hoffnungs-freudig über den eigenen wirklichen und den von Rudolf gemeldeten Sieg nachSchwaben zurück; was sie längst gefürchtet und hatten vereiteln wollen: dass

301 Auch Bernold 435 erzählt ihren Feldzug, kurz und in Ansehluss an Bertold'sAnn., aber mit der Angabe, die Bauern hätten den Herzögen den Neckarübergang ver-sperrt. Das wäre also abermals (vgl. S. 84f.) am unteren oder aus topographischen Gründeneher am untersten Neckar, jedenfalls eben in Franken, gewesen und damit der Schauplatzüberhaupt etwas näher bestimmt. FUB I S. 41 ist Bernold's Nachricht falsch auf Ber-told's II Sieg bezogen.

302 Bei Mellrichstadt fiel auch Bertold's I dem König treu gebliebener Tochlermaun,Markgraf Diepold vom Nordgau. Vgl. unten b. Liutgart. Sei« Tod bei Bruno SA, 73 c. 102.

303 Alles nach Bert. Ann. 312. Bernold 435 weiss nur von einer feindlichen Be-festigung, die er sie mit stürmender Hand einnehmen lässt.