Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
89
Einzelbild herunterladen
 

Feldsieg Bertold's II. 89

er von diesem päpstlichen Beschluss Mittheilung hatte, sogleich Bemühungenum einen solchen Fürstentag begann, dem er sehr zuversichtlich entgegensah,um so mehr als die höchst ehrenvolle Aufnahme seiner Gesandtschaft in Romgezeigt hatte, dass man dort seine königliche Stellung im vollen Umfang aner-kenne, während Gregor die Gesandtschaft der jetzt so unmächtigen Rudolfineröffentlich gar nicht empfangen hatte. Indessen eine Vorbesprechung zuFritzlar mit den Sachsen blieb ergebnisslos, die letzteren benutzten als Vor-wand zum Abbruch der Verhandlungen, dass der König nur von seinen ver-hassten Ohrenbläsern entsendet habe 296 . So kam es, dass alsbald die Kriegs-läufte ihren Fortgang nahmen. Am ersten entbrannte der Krieg lebhafterwieder in Schwaben 297 , wo die Gegner am engsten an einander sassen. Diebedeutendste Unternehmung daselbst war ein vereinigter Heerzug der BischöfeBurkard von Basel und Wernher von Strassburg, von denen Wernher auchdie Bauern des ihm zugetheilten Breisgau zur Verstärkung aufgeboten hatte ;sie rückten gegen Osten vor und kamen, falls der sonst irrige und aus-geschmückte Bericht eines Gregorianers 393 dies richtig aufbewahrt hat, durchdie Gegend von Hirsau. Da war es ein junger zäbringischer Held, der sichihnen entgegenwarf, des Herzog Bertold's Sohn, Markgraf Bertold II; erüberwand das Bischofsheer in der Feldschlacht, dass kaum die beiden streit-baren geistlichen Herren selber entrannen und viele ihrer Ritter erschlagenund gefangen wurden, die Bauern aber, die nicht zu entfliehen vermocht hatten,Hess er in seinem wilden Grimm die seines Hauses uralter Grafschaft Unter-gebenen solchergestalt und als ob ihnen überhaupt ein Kampf gegen Ritteranstehe wieder zu finden, in schimpflichster Strafe entmannen.

Der alte Bertold selbst nebst Weif war, während 2 " sein Sohn so erfolg-reich die ihm zugewiesene Aufgabe durchführte, nach dem königstreuen Frankengezogen, wo ihre Truppen durch Sengen und Plündern für die Leiden SchwabensRache nahmen; bei ihnen befand sich der päpstliche Legat Abt Bernhard vonMarseille, der ihren ganzen Feldzug bis zu Ende mitmachte 30 °. Die Herzögebeschlossen, von Franken aus den Weg zu Rudolf um so mehr fortzusetzen,als ein neuer Einfall königlicher Anhänger in Schwaben sobald nicht wiederzu fürchten, dagegen nach den einlaufenden Nachrichten der Entscheidungs-kampf der Könige unmittelbar zu erwarten war. Da verlegte ihnen indessen

206 Bert. Ann. 310.

297 Bert. Ann. 311 f.

208 Vita Willihelmi abb. Hirsaug. MGSS. XII 222.

299 Bertold Ann. 312. Ipsa tempestate. Die Erfolge der beiden Bertolde müssen,wie Bertold's Ann. zeigen, vor den August fallen.

300 Bertold Ann. 313. Er hatte sich vorher in dem Herzog Bertold eng befreundetenKloster Hirsau aufgehalten. Dorthin hatte er Ende 1077 auch die Bischöfe von Trier,Metz, Toul und Verdun zu einer Zusammenkunft eingeladen, um mit ihnen die Angelegen-heiten des Reiches und der Kirche zu verhandeln. Sudendorf, Registrum I S. 16 ff.