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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
87
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"Waffenruhe. Noth des Schwabenlandes. 87

Theile rüsteten den Aufbruch, Rudolf zog zuerst davon, um die Seinen nachihrer sächsischen Heimath zu führen. Noch sah man in der Ebene ihre ab-ziehenden Geschwader, da kamen, ehe noch Heinrich und die Seinen dasLager am Neckar verlassen hatten, die lang ersehnten Baiern und Böhmen ingrosser Stärke heran und vereinigten sich mit den Städtern Heinrich's zudem zahlreichsten Heere, das der König bisher in seinem Kampf gegen Rudolfzur Verfügung gehabt hatte.

Er berieth sich nun mit den Führern der angelangten Schaaren undbeschloss 236 mit ihnen den Rückweg durch Schwaben, der in den ersten Sep-tembertagen begann 287 . Auch Bertold und Weif, sich von Rudolf's Heer-marsch nach Sachsen trennend, waren mit den 5000 Schwaben in die Heimathzurückgekehrt, hatten gemäss dem Waffenstillstand ihre marschermüdetenLeute nach Hause beurlaubt und waren selber auf ihre Besitzungen gegangen.Jetzt rückte also die gesammte Kriegsmacht Heinrich's nach Schwaben liinein.Ein eigentlicher, deutlicher Waffenstillstandsbruch des Königs wird auch vonseinen eifrigsten schriftstellerischen Gegnern nicht geradezu behauptet m , sosehr eine ärgerliche Verstimmung des Königs über den verspäteten Anmarschseiner eigentlichen Truppen und die ihm dadurch abgenöthigte Zusage, sowieder schon damals gehegte Gedanke daran, eben diese vereinbarte Fürsten-entscheidung zu hintertreiben, zu begreifen wäre, ja vorauszusetzen ist. Sehenwir von allen Plänen ab; wie konnte es zu dieser Zeit überhaupt ohne Ge-waltthat abgehen, wenn ein derartiges Heer, diesmal bairisches und zumalböhmisches Kriegsvolk irgend ein Gebiet zu durchziehen hatte, obendrein einLand, das man doch des Waffenstillstandes wegen nicht sogleich aufhörte alsdas des Gegners zu betrachten, und das dieselben Truppen vor ein paar Mo-naten schon einmal in Kämpfen und Plünderung durchstreift hatten, wobeisie doch überall Hass und Erbitterung für ihre Wiederkunft zurückgelassen undwiderum auch selber mit sich fortgenommen haben musstenV Wie es scheint,hat Heinrich seinerseits ihrem Hausen nicht gerade energisch Einhalt thunwollen. So erfahren wir denn von neuer Plünderung, neuem Sengen im schwä-bischen Gebiet, aber auch von Selbsthilfe der Schwaben und blutiger Gegen-wehr, die manchen der Königlichen niederstreckte 289 . Herzog Bertold ver-mochte keinen Schutz auszuüben; er und Weif waren durch die Beurlaubung

z. 20 von oben, ist einfach durch Tilgung des Komma's zwischen promisisset und constitutodie verständlich zu machen und in Uebereinstimmung mit Bertold zu bringen.

28« B ru no's zugespitzte und zurechtgemachte Erzählung, c. 95 am Ende, wird durchBert. Ann. 301 widerlegt.

M ' Am 8. Sept. feierte Heinrich den Festtag (Mariae Geburt) schon in Augsburg.Ann. Aug. MGSS. III 129.

288 jj rlm0j freilich in seinen Nachrichten zunächst immer von seinen Landsleuten ab-hängig, erwähnt überhaupt keine Verwüstung Schwabens im Spätsommer 1077.

288 Bert. Ann. 301.