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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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86 1077.

darauf gar nicht und Hess sich auch weder durch die höhnenden Heraus-forderungen der Truppen Rudolfs, noch durch einen Scheinrückzug der-selben zum Uebergange über den Fluss verleiten.

Aber immer und immer noch nicht wollten sich die ersehnten Feld-zeichen der Baiern und Böhmen zeigen und Heinrich's Lage begann dochbedenklich zu werden. So wandten sich denn einige der Fürsten von Hein-rich's Lager, zunächst wie es der Reichenauer Mönch auffasst und auchBruno nicht anders darstellt ohne Vorwissen ihres Königs an Bertold vonZählungen und an "Weif mit dem Ersuchen um eine vertrauliche Unterredung.Diese ward zugestanden und bei der gemeinsamen Berathung, zu der vonHeinrich's Seite die Bischöfe von Trier und Metz mit einigen vertrauterenRäthen des Königs, mit Bertold und Weif ebenfalls noch geeignete Zugezogeneerschienen, einigte man sich nach allerlei Hin- und Herredcn von neuemwie es in den Zeiten der ersten Sachsenaufstände von den Fürsten fortwährenderstrebt und versucht worden war auf eine freie Entscheidung der Fürstenüber das Reich: die Ersten des ganzen Reiches sollten am 1. November a8Jzu einem Gespräch am Rhein zusammentreffen und dort ohne Beisein derbeiden Könige im Einvernehmen mit den Legaten des Papstes den Thron-streit entscheiden; ihrem Urtheil sollte dann dadurch die Durchführunggesicbert werden, dass dann Niemand von ihnen dem sich nicht fügendeneinen oder anderen König länger anhangen dürfe. Heinrich war, wie es dochnatürlich war, noch vor der Zusammenkunft von dieser verständigt wordenund hatte nur die Vorbedingung gestellt, dass päpstliche Briefe und Legatenbei derselben nicht gehört werden durften. Aber vergeblich suchten die Unter-händler des Königs das von ihm richtig Vorausgesehene zu hindern; Cardinal-diacon Bernhard, der mit aus Sachsen gekommen war, drängte sich in denKreis der Versammelten ein und benutzte den ihm nicht versagten Respect,um Gregor's Schreiben zu verlesen.

Was daraufhin in der Zusammenkunft unter Mitwirkung Bertold's be-schlossen war, war in der That am meisten nach dem Sinne Gregor's, wennschon man auf seine bisher so wenig beachteten Forderungen 384 auch jetztnoch nicht im ganzen Umfang einging. Für Bertold konnte es kaum einewünschenswerthere Lösung geben, als die jetzt getroffene Abmachung undauch Rudolf sah ihr willig und getrost entgegen, ja, wie es durch seine Wortebei dem Sachsen Bruno, dem man darin einmal wieder keinen Grund hat zumisstrauen, hindurch blickt, war ihm der Gedanke nicht unlieb, mit guter Artsein dornenvolles Partheikönigthum niederzulegen. Auch Heinrich stimmteder Abmachung zu 285 . So wurden denn die Lager abgebrochen und beide

283 Das Datum bei Marianus Scotus MGSS. V 561.

284 Vgl. seine Briefe vom 12. u. 31. Mai bei Jafl'e II 272279.

286 Bertold Ann. 300. Die sonderbare Angabe Bruno's an dieser Stelle, c. 95, SA. 70,