Beginnende Kämpfe. 83
den ebenso thörichten, wie kleinlichen Kampf in Schwaben aufgeben undnach Sachsen gehen solle, denn nur so war eine grosse Action möglich. Esscheint, dass diese Berathung im befreundeten Hirsau statthatte, denn von daaus 264 ging Rudolf nun in der That nach Sachsen. Die Fünftausend nahm ernicht mit, sie liess er in Schwaben, dessen Schutz er den Zurückbleibenden,an erster Stelle Bertold 2{iB anvertraute. Zunächst freilich mussten diese es ge-schehen lassen, dass, unbekümmert um gerade an sie gerichtete päpstlicheAbmahnungen 2e6 , die Bischöfe von Lausanne, Basel und Strassburg und ihreMannschaften ihre ganze Umgegend durch siegreiche Fehde oder Vertrag anKönig Heinrich brachten und damit Rudolf's Stellung sowohl in seinen Stamm-landen, als auch im westlichen Schwaben, im Elsass vernichteten. Erst all-mählich erstarkte ihr Widerstand und die Burgunder wurden bei einemVorstoss nach Schwaben dann zweimal geschlagen, ohne dass jedoch die Er-rungenschaften der drei Bischöfe wieder in Frage gestellt worden wären Sß7 .Vor allem auch die Alpenpässe blieben auf der ganzen Linie in der Hand derKöniglichen 2G8 .
Das alles geschah, ohne dass das bairische und böhmische Kriegsvolknoch Schwaben bedrohte. Heinrich hatte auch seinerseits beschlossen denKrieg gegen die Gegenkönigsparthei mit voller Energie zu führen und dereigentliche Gegner stand ja nicht in dem gespaltenen, durch sich selbst be-schäftigten Schwaben, sondern in dem Volke der Sachsen. Er ging von Ulmin das bisherige Herzogthum Weif's, nach Baiern, wo der Widerstand gegen ihnsichaufden Salzburger Erzbischof und den Schwager desWürzburger Bischofs,Graf Ekbert von Formbach beschränkte; deshalb konnte er hier frei schaltenund seine Anhängerschaft durch Vergabungen aus den Lehen Welfs und Alt-mann's von Passau befestigen, der wie seine Amtsbrüder von Worms undWürzburg und der Legat Cardinaldiacon Bernhard sich in der nothgedrungenenLage gesehen hatte, mit Rudolf zu den Sachsen zu gehen 2 " 9 . Von Baiernging Heinrich nach Ostfranken, wo er am 11. bis 13. Juni zu Nürnberg Hof-tag hielt 270 . Eine grosse allgemeine Rüstung gegen die Sachsen und diesüddeutschen Rebellen zugleich sollte geschehen; im Hinblick auf diese liessHeinrich seine Fürsten und Truppen im Osten zurück und ging nach West-franken 271 , wo Würzburg, Worms und Mainz, ihrer Bischöfe entledigt, für den
204 Bernold 434.
205 „intimis suis" Bertold Ann. 1. c. Vgl. auch dort weiter unten.200 Bertold Ann. 297.
207 Bert. Ann. 298.
208 ib. 299.
269 Bert. Ann. 298.
270 St. 2802—4.
271 Nach „seinem Pranken" sagt Mönch Bertold S. 299 mit geringschätzigem Seiten-blick auf die bürgerlichen und bischofverjagenden Königsstreiter. Bertold's Bericht ist
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