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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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80
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80 1077.

Der König kam mit wenig Leuten, aber vielem lombardischem Geld; der Eppen-steiner Liutold war ihm entgegengeeilt und hatte ihn durch Kärnthen ge-leitet und nun zögerte Heinrich nicht länger, dem zähringischen Scheinherzog-thum in Kärnthen auch den letzten Rest des leeren Titels zu nehmen: die Ver-briefung 248 einer zu dieser Zeit gemachten Schenkung führt unter ihren Inter-venieren den genannten Sohn des im Jahre vorher gestorbenen 2 * 9 Markwardmit dem Titel eines Herzogs von Kärnthen auf. Liutold begleitete 25 ° Hein-rich nach Regensburg und blieb auch im Juni in seiner Umgebung und jeder-zeit dem König ein thätiger Helfer und Anhänger, mit ihm seine zahlreichenBrüder, denen es schon 1077 und späterhin der König mit reichlichem Lohnevergalt. So war denn das Kärnthner Land nach langer Zeit zum ersten Malewieder in ein klares und im Augenblick höchst fruchttragendes Verhältnisszum Reiche und zur Königsgewalt gebracht worden.

In Regensburg besprach sich Heinrich mit den bairischen, böhmischenund kärnthnischen Fürsten; ihre Truppen standen zu seiner Verfügung unddaneben konnte er die gegen Rudolf kämpfenden Bischöfe und Herren inBurgund und in Alamannien in Anschlag bringen. So brach er denn mit denBöhmen und Baiern in Schwaben ein entsetzlich sollen zumal die Böhmengehaust haben, die wackeren Ahnen der Hussiten und bis an die Donaubis Ulm und bis an den Neckar über Esslingen hinaus blieb Nichts von denstreifenden Schaaren unberührt. Innerhalb dieses der Plünderung ausge-setzten Theiles des Schwabenlandes aber lag auch manch' zähringisches Gut.Rudolf lag noch vor Sigmaringen, ohne dass sich jedoch die Streifschaarenum ihn kümmerten und er seinerseits dachte an keinen Vorstoss, sondernversuchte nur in der Eile so gut es ging seine geringe Truppenzahl 251 zu er-

248 St. 2800. Tangl, A. f. österr. Geschqu. XI 272. Ich möchte eher an nachträg-liche Beurkundung glauben, zumal bei Heinrich'« raschem Aufbruch, als dass Liutold schonseit seines Vaters Tode öffentlich Herzog geheissen habe. Allerdings recognoscirt derBischof von Vercelli als Kanzler, aber auch wenn die Urk. wirklich in l'avia geschriebenwäre, so beweist auch das noch nicht, dass Liutold schon officiell seinem Vater als Herzoggefolgt war, sondern nur, dass ihn Heinrich in Pavia nunmehr als Herzog begrüsste. Mark-ward hat nie Herzog geheissen. Ekkehard Uraug. 198 und die Casus monast. Petrish.S. 645 haben ganz richtig aufbewahrt, dass Kärnthen erst wieder mit Liutold von desReiches wegen an die Eppensteiner gegeben worden sei, nach Bertold's Verurtheilung. Sonimmt es im Ganzen auch Ranke, Weltgeschichte VII 290.

249 16. Nov. 1076. Vgl. Tangl's Selbstberichtigung 1. c. 231.

860 Näheres bei Tangl 1. c. 234 ff. Wahnschaffe S. 68 f.

861 Nach Bertold Ann'. 295 hätte er freilich non cum parva militia vor der Burg ge-legen. Aber wir hoffen zu Rudolfs Gunsten, dass es sich mit dieser nicht geringen Anzahlebenso verhält, wie mit dem nicht geringen Glänze seiner Hoftage bei den beiden schwäb.Mönchschronisten. Sonst wäre es nur um so kläglicher, wenn er unthätig blieb, um eine übrigens nach Bertold's von Reichenau eigenem Geständniss von vornherein noth-wendige doch nur kleine Anzahl von Truppen noch herbeizuziehen.