Die Forchheimer "Wahl. 75
diese jetzt noch zaudern können? Sie verabschiedeten sich 224 von den Legatenund begaben sich in des Mainzers Quartier.
Gregor ist also im Recht gewesen, wenn er später erklärt hat, RudolfsWabl sei ohne sein Zurathen erfolgt 225 . Aber seine Politik und die derFürsten sind ja gar nicht auf eine Stufe zu stellen.
Nun schritt man am 14. März sogleich zur Entscheidung.
Weshalb sie zu der Absetzung Heinrich's berechtigt seien, damit hieltensie sich nicht lange auf 226 . Sie deckten sich einfach hinter des Papstes jetztdoch veralteter Weisung und sprachen „quin papa ne ut regi oboedirent aulservirent ipsis tarn interdixerit" jetzt Heinrich die Krone ab 226 \ Damithatten sie den Vertrag von Tribur, unbekümmert um die damals festgesetzteund inzwischen — allerdings in unerwarteter Weise — geschehene LösungHeinrich's vom Banne, bei Seite geschoben.
Der Absetzung folgte sogleich die Neuwahl. Es war das erste Malseit Jahrhunderten wieder, dass man einen König gegen den lebenden kürte,und um so sorgfältiger waren die Neuerer bedacht, das Wagniss streng inden Formen der Karolingerzeit zu vollziehen, an die man sich auch bei derWahl des ersten Saliers erkennbar gehalten hatte. Es fand eine Vorwahlstatt, in der die geistlichen Fürsten und die weltlichen getrennt unter einanderberiethen 327 . Nicht ohne weiteres kam man zum Schluss: erst nach vielemund langem Hin- und Herreden sprach in der Bischofs Versammlung, wo diesieben Sachsen ja leicht eine Mehrheit zu bilden vermocht hätten, Siegfriedvon Mainz den Namen des Schwabenherzogs aus. Im Collegium der Laien,wo man den Spruch der Bischöfe gespannt erwartete, ging es ebenfalls un-ruhig zu; dann fielen auch sie dem Spruche des Primas, nachdem er ihnenkund geworden war, bei. So waren denn die Aussichten der sonst genannten„ durch Trefflichkeit würdigen" Männer, von denen Bruno 22S , der Sachse, spricht,beseitigt. Es kann bei diesen in Vorschlag gewesenen, abgesehen von Rudolf,in erster Linie nur noch an Otto von Nordheim, und dann an Herzog Bertoldgedacht werden, dessen mehr vermittelnde und auch weniger compromittirteStellung ihn Manchen empfehlen, Manche aber auch, neben seiner geringeren
224 Weiter will wohl das accepta licentia a legatis Paul. Bernr. 530 im Zusammen-hang der anschaulichen Erzählung nichts sagen. Grund S. 73 deutet es: sie schritten zurWahl „mit der Erlaubniss der apostolischen Bevollmächtigten".
225 sine mco consilio anno 1080. Jaffe II 402.
228 Bezeichnend kurz berührt der sonst so ausführliche Bertold dies nothwendigeStadium einer geordneten Verhandlung (S. 292).
220» j n v 0 ii er Uebereinstimmung mit diesen "Worten von Bertold's Annalen ist Paulvon Bernried S. 530.
227 Bertold Ann. 292.
228 c. 91. A. Vogeler, Otto von Nordheim, S. 100 Anm. 1 hält diese Angabe Bruno's, zu-mal sie "Worte "Wipo's brauche, für unrichtig. "Warum dann aber die unruhige Verhandlung?