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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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76
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76 1077.

Macht, zumal wenn Rudolf sich dann zurückzog, wieder von ihm absehenlassen mochte. Wie Bertold selbst über die etwaige Annahme der Kronegedacht hat, darüber fehlt jeder positive Anhaltspunct, nur nach einigenSpäteren 229 hätte gerade auch er Rudolfs Wahl besonders betrieben; dasser sich jedenfalls nicht zurückgesetzt fühlte, geht aus dem Weiteren und ganzinsbesondere aus seinem sogleich zu erzählenden Anerbieten hervor. Ihmfehlte der Ehrgeiz, der Rudolf Schritt für Schritt auf jener Bahn vorwärtsgeführt hatte, in der auch seine besten Freunde noch vor einem Monat nureinen Nothweg gesehen hatten 230 .

Dann fand am andern Tage, am 15. März, auf dem Pilatusgut 231 beiForchheim der feierliche öffentliche Wahlact im Beisein der päpstlichenLegaten statt. Als dem Herkommen nach die Einzelnen sich erhoben, ihrenErwählten zu nennen, da machte Otto von Nordheim noch einen Versuch sichBaiern auszubedingen, ehe er seine Stimme und Huldigung gäbe 232 . Sogleicherhoben auch Andere Forderungen wegen erlittenen Unrechts, für das ihnender neue König zuvor Genugthuung verbürgen solle. Aber Otto und dieübrigen gelangten nicht weit: die päpstlichen Legaten unterbrachen den un-vermutheten Stimmenlärm und wiesen die Forderungen und das mögliche Ein-gehen darauf rasch gefasst als simonistische Ketzerei zur Ruhe. Ganz somusste also Rudolf bei seiner Wahl sprechen hören, als werde etwa ein Bischofgewählt. Danach ward die Wahl schnell erledigt, eine einheitliche Wabl-capitulation legte dem neuen Königthum den Verzicht auf die Erblichkeit derKrone und die Gewähr freier canonischer Wahlen in den Bisthümern auf 233 undAlle schwuren dem Gewählten die Treue: der Burgunder hiess deutscher König.

229 Ekkeh. Chron. S. 202, ganz besonders die Bearbeitung C; (nach ihm der AnnalistaSaxo MGSS. VI 711.) sowie Cas. mon. Petrish. MGSS. XX 645: consilio Berhtoldi duciset Welfonis Baioariorum ducis etc. (Diese Ueberlieferung mag aber auch nur wegen derGesammtgeschichte der Jahre 1077 u. 1078 aufgekommen sein und später selbstverständlicherschienen sein.)

230 Rudolf hatte sich schon in dem Kloster seines Schwestersohnes, in Ebersheim-münster im Elsass, eine Krone arbeiten lassen und zwar vor der "Wahl: secrete in mona-stcrio fabricatafuerat. Hist. Novient. monast. bei Böhmer Fontes III p. 16. Ranke, Welt-gesch. VII 287 hat das in seinem Zweifel an einer Krönung Rudolfs übersehen. Einnicht glücklicher Versuch von A. Zistererin Tübingen, Rudolf völlig weiss zu brennen,findet sich in denHistorisch-politischen Blättern" der Görresgesellschaft 1888.

281 in Pontii Pilati praedio Ann. August. MGSS. III 129. Das Tagesdatum beiPaul. Bernr. 531, womit sich (Waltram) de unit. eccl. SA. 54 vereinigt.

282 Bruno c. 91. Er hat ja keinerlei Grund gerade in dieser Richtung über Otto,über den er sich im Uebrigen stets vortrefflich unterrichtet zeigt, Unwahres, wie GrundS. 103 meint, zu berichten. Man vergisst zu leicht, wie viele uns doch nur zum ver-schwindend kleinen Theil bekannte Gesichtspuncte und sich wandelnde Gedanken undGeschehnisse die Haltung dergleichen Männer in stürmischen Zeiten wechselnd durch-und nacheinander bestimmen.

aas J3 rtm0 Ci 9i_ D en ersten Punct hat auch Paul. Bernr. 530.