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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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73
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Verhandhingen vor der Königswahl. 73

und Legate schicken 3 ". Man entbehrte ihn ganz gerne. Aber destodringender war es nun plötzlich dem Papste, wirklich nach Forchheim zugehen; für ihn hing jetzt von seinem persönlichen Erscheinen alles ab. Ersandte Manegold mit einem neuen Legaten, Cardinaldiacon Gregor, zu demKönig und Hess abermals und ernstlich um Geleit nachsuchen. Würde esgewährt, dann sollte der Legat direct nach Deutschland dem Papste vor-auseilen und die ßeschlussfassung der Fürsten hintenanhalten; wenn nicht,dann zum Papste zurückkehren. Der König schlug das Geleit ab und Mane-gold allein langte wieder bei den Herzogen zu Forchheim an. Gregor hatteihnen freie Hand gelassen. Das Nothwendige, die Gönnerstellung zu denFürsten hatte er bewahrt; das erstrebte Ziel: die entscheidende Leitung allesdessen, was nun geschah, war mit der eigenen Keise aufgegeben und eineneue Vertretung jetzt zu senden, hielt er für unzulänglich oder gefährlich.

Mit Rath und Zustimmung seiner fürstlichen Anbänger 212 hatte Rudolfschon von Ulm aus, während Manegold direct zum Papst gegangen war,jenen Rapoto an den König — der wohl im Osten der Lombardei weilte 313 —geschickt und ihn gewarnt nach Deutschland zu kommen: er möge lieberden Papst oder auch die Kaiserin Agnes, seine Mutter, voranziehen lassen,um eines würdigen und friedlichen Empfanges sicherer zu sein. Ein äusserstkecker Schritt — so viel es auch vielleicht von neuem Rudolf nützen konnte,wenn Agnes wirklich zu kommen veranlasst werden konnte. Mochte diegeplante Forchheimer Versammlung misslingen oder nicht, an seine alteGönnerin allein war es Rudolf möglich einen letzten Gedanken an Vermittlungzu knüpfen; ferner war es ja auch nicht von vornherein ganz ausgeschlossenRudolfs "Wahl durch die Autorität der Kaiserin, welche ja schon vorher in dieDinge hineingezogen worden war 214 , zu decken. Unterdessen kam aber nunder entscheidende Forchheimer Tag heran.

Der festgesetzte Termin, der 13. März, vereinigte vor allen die Grossender Sachsen und Schwaben, unter denen die Quellen meistens es für unnöthigerachten, Bertold mit seinem Namen hervorzuheben 215 ; mit Recht, denn nurdas Fehlen dieses Mannes zu Forchheim hätten sie besonders berichten müssen.Mit Bertold hatte dem Anschein nach 210 der eine seiner beiden noch lebenden

211 Bertold Ann. 291.

212 Bertold Ann. 291.2,8 Vgl. Kilian S. 77.su Vgl. oben S. 66.

216 Ueber die Theilnehmer Bruno e. 91; Marianus Scotus MGSS. V 561. Vgl. dazuauch Ekkehardi Chron. S. 202, das Bertold ausdrücklich als anwesend nennt. — Die Haupt-quelle für die Forchheimer Vorgänge sind Bertold's Ann. u. Paul. Bernried. V. Greg. VII,die sich in grosser, aber von einander unabhängiger Uebereinstimmung befinden.

216 Da Paul. Bernr. 529 auch anwesende marchiones erwähnt. Ueber diesen Titelvgl. unter Bertold II.