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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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liehen Worten, sie nicht abermals im Stich zu lassen und jetzt doch wenigstenszu kommen. Zu Gregor übernahm es Graf Manegold von Veringen 209 zureisen; am 1. März traf er bei Gregor ein und legte ihm die nicht länger ver-hüllte Absicht der Herzöge dar. Gerade am Tage vorher hatte Gregor den Car-dinaldiacon Bernhard und den Abt Bernhard von Marseille mit Christian, demspäteren Bischof von Aversa als Legaten an die Fürsten abgefertigt, sie über-brachten in dem mitgegebenen Schreiben 210 eine noch vertrauenerweckendereWiederholung der Versicherungen Gregor's, welche mit Rapoto's Botschaft zuUlm vorgelegen hatten. Gregor schrieb: „Wir hätten kommen können, wennwir das Geleit zur bestimmten Zeit am bestimmten Orte gewusst hätten" •,auf diese Weise gab er den Herzögen selbst die eigentliche Schuld au demlängeren Warten in Canossa und der folgenschweren Begegnung. Freilichhabe er, so schrieb er weiter, den König dort wieder in die kirchliche Gemein-schaft aufgenommen; „im Uebrigen haben wir nichts mit ihm abgemacht, als waswir zu eurer Sicherheit und Ehre dienlich hielten". Auch jetzt noch denke er andie Beise, aber, wie es augenblicklich liege, nur dann, falls er sicheres Geleit vondem Könige verbürgt erhalte, dessen Antwort noch nicht vorliege. Ueber desKönigs neuerliches Verhalten in Italien fügte er einige unzufriedene Aeusse-rungen bei, die natürlich ihren guten Eindruck auf die Herzöge nicht verfehlenkonnten. Schliesslich, hiess es dann, werde der Papst, sähe er nur erst irgend eineMöglichkeit dazu, mit oder ohne Zustimmung des Königs kommen; bleibe esunmöglich, so werde er für die Beschlüsse der Fürsten beten und insbesondere,„dass ihr das, was für den Bestand undBuhm des erhabenen Königthums dasGott Angemessenste und auch Nützlichste ist, Vorsorgen und ausführenmöget". Und nun der zu nichts verpflichtende und doch freudige Ahnungerregende feindeutige Schlusssatz: „ita persistite, ut ad coronam tarn sanetitarn Deo placiti certaminis Deo donante pertingere valeatis".

Wie gesagt, einen Tag nach der Abreise der Legaten traf Manegoldmit der Ankündigung der Königswahl ein. Auch mit der erneuten Bitte,der Papst möge kommen, jedoch ohne dass irgendwelche Fürsorge ge-troffen wäre, den Entschluss zur Reise zu erleichtern; vielmehr mit dembemerkenswerthen Zusatz, bei eigener Verhinderung möge Gregor Briefe

spricht für die offen erklärte Wahlabsioht- — An die beiden jetzt badischen Forchheimist natürlich nicht zu denken; schon nicht weil Rudolf nach der Wahl von Forchheim ausdurchs Bambergische und Würzburgische nach Mainz zog.

209 Heber seine Familie Paul. Bernr. S. 528, dann Chr. Fr. Stalin 1554 ff. Manegoldwar ein Bruder des berühmten Hermann des Lahmen von Reichenau.

210 Der Brief Gregor's bei Jaffe II 545ff.; er kann nur, solange Gregor von der ge-planten Königswahl noch nicht officiell verständigt war, geschrieben sein. Die Datirung1076 bei Jaffe ist, wie schon die Einordnung des Briefes ergiebt, nur ein Schreibfehler,den der Setzer dreimal wiederholte.