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Umgebung 196 , die nun also im Sinne der Legaten mitwirken konnten; dennerkannte man in Tribur des Papstes Banngewalt an, wie es geschah, so folgtedaraus auch ohne Weiteres sein Recht zu lösen. Hugo aber ging nach Oppen-heim hinüber und verhandelte mit Heinrich. Den fand er zu allem bereit:volle Busse des Königs gegen Rom ward festgesetzt und spätestens bis zum22. Februar musste er die Absolution erlangt haben. Und damit war, trotzdemGregor nicht ganz freie Hand gehabt hatte, ein grossartiger Doppelsieg vonihm errungen: über den König und nicht minder über Gregor's eigene Partheiim Reiche. Denn nicht darum war Nord- und Süddeutschland mit hellenHaufen von Kriegern an den Rhein gezogen, um jene Versprechungen Heinrich'shinzunehmen und einen neuen Tag auf Mariae Licbtmess (2. Februar 1077) nachAugsburg auszuschreiben, wohin Papst und König kommen sollten, ja, um zuversprechen, nach der Wiederherstellung Heinrich's unter dessen Fahnen demPapst zur Hilfe gegen die Normannen in Süditalien zu ziehen 1!)7 . Die Herzögeund ihre intimeren Anhänger waren die schlechtesten Politiker gewesen undwas sie in einer Art ärgerlichem Trotz noch unter sich abmachten, um sichgewissermassen zu entschädigen, das war das Allerthörichtste, nämlich: solltezu Augsburg der König nicht alle Puncte, die in das Abkommen aufgenommenwurden, vollkommen erfüllen, dann würden sie, ohne Gregor zu fragen,über das Reich entscheiden. Derlei machte ja geradezu Papst und Königvon einander abhängig ,9S .
Nebenbei verdient es doch nicht übergangen zu werden, dass HerzogBertold nicht, wie es einzelne der Anwesenden thaten, den Triburer Tag be-nutzte, um für seinen eigenen Vortheil zu sorgen. Er hat unseres Wissensniemals eine eigene Angelegenheit in den Kampf gegen Heinrich IV mithineingezogen. —
Man irrt, wenn man Heinrich zu dieser Zeit schon als Kämpfer desImperiums gegen die Kirche betrachtet. So sehr sein Stolz unter Roms Auf-treten btt, waren ihm doch bisher zu jeder Zeit die Sachsen- und Fürsten-angelegenheiten im Reiche das wichtigere gewesen und waren es auch nochjetzt; eine Politik, die ihren Punct fest ins Auge gefasst hat, schwankt undspringt nicht so unruhig hin und her, wie Heinrich's Benehmen gegen denPapst in den Jahren bisher es gethan, und zwar wie sie es eben nach der
100 Nämlich die von Speyer, Strassburg und Basel. Vgl. Bertold Ann. 286 und dazuGrund S. 57 Anm. 3.
197 Bonizo ad amicunv VIII bei .Tafte II 671.
198 Andere Auffassung der Triburer Vorgänge insbesondere bei Arnold Schäfer,Hist. Zs. VIII; E. Meyer, Lambert von Hersfeld S. 51; A. Vogeler, Otto von Nordheim1070—1083. Gott. Dias. Minden 1880, Ranke, Weltgosch. VII 276ff; zum Theil auch beiGrund. — Rud. Neumann, de s. Hugone abbate VI Cluniacensi, Bresl. Diss. 1870 stelltHugo's Antheil ganz unzureichend dar.