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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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Der zweite Tag von Tribur. 67

mit den ihnen entgegenziehenden Oberdeutschen schon zu Tribur statt. Nichtohne ein peinliches Gefühl, ohne ein gut Theil Besorgniss m vor den losenZungen der niederen Waffenträger und Trossknechte waren die alten Rivalenund feindlichen Streiter einander entgegengezogen, insbesondere weil auchOtto von Nordheim bei den Sachsen war, der das Verhältniss zum König, inwelchem eben beide nur ihren Vortheil suchten, wieder aufgegeben hatte undnach einem lässigen und erfolglosen Versuch zwischen Heinrich und denSachsen zu vermitteln, ohne weiteren Vorbehalt zu seiner eigenen Vergangen-heit zurückgekehrt war. Jene Besorgnisse blieben ungegründet, es gelang, ingeflissentlicher Freundschaftlichkeit den alten Riss zu überdecken. Natürlichmüsse ein Schwabe König werden, versicherten sogleich die Sachsen eifrigstund ebenso das Umgekehrte die Süddeutschen. Das konnte Rudolf getrostthun, denn er sah es deutlich genug, Otto von Nordheim, hinter dem die An-näherung an den König lag, war nicht mehr der von der Begeisterung seinesVolkes umjauchzte Führer. Und Otto seinerseits hielt es für vortheilhaftersich zu beschränken und sich lieber dahin mit Weif zu einigen, dass unterdem neu zu erwählenden König die zwischen ihnen schwebende Frage wegendes bairischen Herzogthums ihre Erledigung finden solle. Die Männer vonUlm waren durchaus die Wortführer der Erhebung geworden ; um Rudolfund Bertold drängte sich alles, was von Bischöfen, Grafen und Herren zumalaus Schwaben und Sachsen und vom Rheine erschienen war; die Königswahlwar in aller Mund.

. Jedoch das Bild, das der Anfang der Tagung bot, begann sich mählichzu verändern. Päpstliche Legaten und Diplomaten waren erschienen: derPatriarch von Aquileja, der höchste im Range unter den nun versammeltenHerren, neben ihm Altmann von Passau, energischer und gewandter wie siealle, so dass ihn ein Gregor VII zu stellvertretender Vollmacht in den kirch-lichen Dingen in Deutschland berufen konnte; dann Abt Hugo von Cluny m ,der verehrteste Geistliche der Zeit, er ausser mit dem Auftrage Gregor's vorseiner Abreise von Rom auch von der Kaiserin Agnes mit ihren denen Gregor'sentsprechenden Tendenzen und Hoffnungen und zugleich mit den Bitten desMutterherzens betraut. So begann denn ein heisser und langer diplomatischerKampf; zehn Tage, bis zum ersten November hat man in Tribur verhandelt 195 .Die Königswahl rückte allmählich in unbestimmtere Ferne; die päpstlichenLegaten hielten es strenge mit Gregor's bisherigen Verfügungen und nahmendie Ueberläufer von der königlichen zur Herzogsparthei erst förmlich wiederin die Kirchen gemeinschaft auf und mit ihnen auch Bischöfe aus Heinrich's

lqs Bruno c. 88.

104 Ueber Hugo's Anwesenheit Bertold Ann. 289 und dazu Arnulfi g. archiepp.Mediol. MGSS. VIII S. 30. Dazu Grund S. 61.

196 Nach Bertold Ann. 286. Lambert SA. 243 giebt 7 Tage an.

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