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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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62 1075. 1076.

erlangten hohen Bestätigungen feierlich begangen 178 , derjenigen Pflegstättekirchlichen Lebens, die durch den getreuen Anhänger Rudolfs, Graf Adal-bert von Calw, neu ausgestattet und besetzt hinfort durch ihren Abt Wil-helm nicht nur überhaupt die Leuchte aller gregorianischen Bestrebungenin Deutschland und das Asyl ihrer Vertreter, sondern für die nächsten Zeitengerade das insbesondere mit der zähringischen Familie eng verbundene Klosterwerden sollte.

Mit den Massregeln Gregor's hatten Rudolf und Bertold gleichen Schrittgehalten; als er sie als Werkzeuge fand, handelte es sich nur erst um Priester-ehe und Simonie. Das waren auch die beiden Puncte, in denen Gregor zuerst— neben dem Eingreifen in Mailand — die Hilfe des Königs forderte undsie 1074 versprochen erhielt. Im Frühjahr 1075 ward dann das Verbot derLaieninvestitur verkündet. Die Investitur der Bischöfe aufgeben hiess fürdas Königthum sich seiner ersten und grössten Machttmelle, seiner zuver-lässigsten und ansehnlichsten Stützen selber berauben. Ein paar Tage nachjenem Investiturverbot der Fastensynode von 1075 dictirte Gregor eine Auf-zeichnung, eine Art stilles Programm, das in weitgehender Fortsetzung pseudo-isidorischer Puncte viel mehr enthielt, als Gregor selbst hat vollenden können:Der Papst allein kann Bischöfe absetzen oder wieder zu Gnaden annehmen.Nur des Papstes Füsse sollen alle Fürsten küssen. Ihm steht es frei, dieKaiser abzusetzen. Keine Synode ohne seine Botschaft kann eine allgemeineheissen. Kein Kapitel und kein Buch ist canonisch ohne seine Autorität.Seine Meinung kann von Niemand verworfen werden, er allein die Aller ver-werfen. Er kann von Niemand gerichtet werden. Die römische Kirche hatnie geirrt und wird nach Zeugniss der Schrift niemals irren. Der römischePapst kann die Unterthanen der Uebelgesinnten vom Treueide lösen. Dassind die Hauptpuncte dieser Formulirung Gregor's. Man könnte glauben dieEreignisse der nächsten Zeit seien schon damals in Gregor's alles klar er-wägendem Geiste genau vorgezeichnet gewesen. Zunächst dachte er an dieMöglichkeit, den jungen König noch für das ihm derzeit dringlichste, dieBeseitigung der Priesterehe und Simonie zu gewinnen; daher liess er es vor-läufig ohne Einspruch geschehen, setzte es sogar selbst voraus, dass Heinrichfortfahre Bischöfe zu ernennen und zu investiren. Der König seinerseitsdachte während des Sommers 1075 daran, sich übej* die Fürsten hinweg mitGregor zu verständigen; Niemand als nur Agnes, des Königs Mutter undden Markgräfinnen Beatrix und Matilde möge der Papst die geheimen Ver-handlungen anvertrauen, schrieb Heinrich bei Eröffnung derselben 179 ; fernerliess er die Alpenübergänge bewachen, um keine anderen Boten an den Papst

173 Bertold Ann. S. 281.1,9 Jane II 210.