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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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Ausbruch des Kampfes. 63

durchzulassen 180 . Das alles hiess thatsächlich nur, er wollte Rudolf und Ber-told aus der Stellung zu Rom heben, dieses aus dem Spiele bringen. Dann liesser, wieder anders berathen, den Gedanken schneller heimlicher Ueberein-kunft mit Rom fallen und wollte lieber im Einverständniss mit den Fürstendes Reichs — vielleicht hoffte er auch jetzt noch mit den äusserlich neutralenoberdeutschen — dem Papste öffentlich und mit der ganzen Wucht des Im-periums gegenübertreten. So verschärfte sich der Gegensatz und gegenEnde des Jahres 1075 eröffneten Beide unverhüllte Feindseligkeiten. DassHeinrich dann für Mailand, das Centrum des Widerstandes gegen Rom, ebenim Sinne dieses Widerstandes Thedald zum Erzbischof ernannte, das schlugdem Fasse den Boden aus; nun geschah Schlag um Schlag. Gregor ent-sandte die Botschaft, die für die Beschwerden, die sie überbrachte, von Hein-rich die Nachsuchung der päpstlichen Absolution forderte, wegen der In-vestiturausübung mit der Excommunication drohte und sogar die altenschmutzigen Verläumdungen der Sachsengeistlichkeit über Heinrich's Privat-leben aufgriff, die sich der Klerus mit Aergerniss, wenn auch nicht immerganz ohne Behagen bis Rom hin weiter erzählt hatte. Der König, vor allemdarüber tief empört dasselbe Lied von neuem singen zu hören, durch das ihndie Sachsen, die nun so zahm geworden waren, um seinen Thron hatten bringengewollt, antwortete mit dem deutschen Concil zu Worms vom 24. Jan. 1076,das den Papst in erster Linie auf Grund seiner ungiltigen Wahl absetzte.Dann aber erscholl im März die Kunde durch das Reich, dass Ende Februardurch die lateranische Fastensynode Papst Gregor den König auf dem Throneder Kaiser gebannt und abgesetzt und seine Unterthanen ihrer Eide ent-bunden habe.

Kein eigentliches Entsetzen ging durch die deutschen Lande; was ge-schehen war, war nicht mehr das Ungeheure, das es noch vor zwei Jahr-zehnten gewesen wäre •, es war zu viel der bösen Dinge im Reiche vorher-gegangen, zu viele Fäden verbanden schon mit Rom; des deutschen KönigsSache war eine Partheisache geworden. Nur eine einfache Machtfrage kamzum Austrag: hier Rom, hier deutsches König- und Kaiserthum; was imReiche gegen das letztere und was gegen dessen Träger seinen Vortheil oderseine Rache suchte, bekannte sich offen auf die Seite des kraftvoll den Bann-strahl schleudernden Priesters.

Nun aber verblieben die Herzöge nicht länger in ihrer undurchsichtigenZurückhaltung; jetzt rief ihr Bannerherr zum Kampfe. Am Ende des Märznoch kamen Rudolf, Weif, Bertold, Adalbero von Würzburg, Hermann vonMetz und andere Herren zusammen 1SI . Von diesen war der Metzer ein Mann,

190 Bruno c. 64

181 Lambert SA. 222f. Vgl. dazu auch Bertold Ann. MGSS. V 283.