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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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60 1075.

Almosenzwecke zu verwenden; Bertold, der landlose Herzog, scheint zusolchen Bekenntnissen nicht veranlasst gewesen zu sein. Man hat gemeint,Gregor hahe ferner unmittelbar veranlasst, dass die süddeutschen Herzogesich von dem Herbstfeldzug 1075 gegen die Sachsen ausschlössen 173 . Aberdafür fehlt es doch, auch in dem damaligen Verhältniss Gregor's zu dem König,an Anhaltspuncten. Rudolf hatte ja auch im Juni nicht für den Triumph desKönigs, sondern gegen die niederdeutsche Erhebung, und zwar weil sie ge-rade den Nordheimer als Gegenkönig auf den Schild erheben zu wollen schien,gefochten; er wollte, als er nun den zweiten Ruf des Königs ablehnte, haupt-sächlich die inzwischen eingenommene vermittelnde Stellung nicht wiederverlieren und ausserdem seine und seiner verbündeten Freunde Machtschonen und frei verfügbar erhalten. Immerhin konnte es ihm recht sein,dabei auch mit durch die mächtige Hand Roms gedeckt zu sein, unter die ersich so eifrig begeben hatte. Er blieb von dem König unbehelligt, auch alsweder er noch Bertold zu dem von Heinrich auf Weihnacht 1075 nachGoslar berufenen Tage erschienen, der über das Geschick der sächsischenFürsten berathen sollte, aber — Otto von Nordheim ward ganz unerwarteterWeise der Haft entlassen und sogleich von Heinrich durch das grösste Ver-trauen ausgezeichnet m . Die Wandlung der Dinge lag in völlig klaremLichte da.

Der junge König, der in viel viel schlimmeren Tagen gewandt undenergisch zugleich sich durch die gegeneinander brandenden Wogen des Auf-ruhrs und der Fürstenbegehrlichkeit durchgerungen hatte, hätte wahrlich vordem Ehrgeiz des Herzogs Rudolf, auf dessen Seite er nun auch den treuen Mannso unverbrüchlich fest erblicken musste, der mit ibm selber einst die Tageder persönlichsten Gefahr eng vereint getheilt hatte, Bertold von Zähringen —er brauchte vor Beiden, so lange sie allein waren, jetzt nicht zu bangen. Aberwas war diese unschlüssige Gegnerschaft der Herzöge gegen das finstere Ge-wölk, das längst über den Alpen sich aufgethürmt hatte und aus dem, nach-dem die ersten schnellen Blitze grell aufgeleuchtet hatten, der gewaltigeSturm niederschmetternd, fast vernichtend über die Krone Heinrich's dahinfuhr! Das Papstthum, durch die Kaiser selbst wieder auf seine besten geisti-gen und sittlichen Grundlagen zurückgeführt, auf ihnen emporgehoben und

173 Auch Grund bekämpft S. 49 f. diese — von Giesebrecht III 4 341 festgehaltene —Annahme und verbreitet sich über Rudolf's Gründe. — Uebrigens verständigt hatten sich,wenn auch Gregor's alleinige Initiative bestritten werden muss, der Papst und die Fürstenüber diese Dinge. Eine Redewendung über den Sachsenkrieg war ihnen in Gemeinsamkeitgeläufig geworden: mit fast genau den Worten der Ausrede, die die Herzöge (nach Lam-bert) in jener Zeit vorbrachten, schreibt im Spätsommer 1075 auch Gregor (Jaffe II 213)an Heinrich IV: dolendum, quia multiis Christianorum sanguis effusus est.

"* Lambert SA. 217.