Die Schlacht an der Unstrut. 57
kein kärnthnisches Aufgebot folgte? Wir wissen nicht, wem er sich anschloss;vermutlich aber hat er doch unter dem schwäbischen Trupp Rudolfs dieMannen und die Gauleute seines Hauses selber geführt.
Und so hat denn aus der grimmigen Unstrutschlacht vom 9. Juni 1075ein selbständiger Antheil mit seinen Schaaren, wie von seinen herzoglichenStandesgenossen, von Herzog Bertold nicht überliefert werden können. Nachaltem Ehrenrecht des Reiches Schlachten zu beginnen fochten die Schwabenals erster, allen voran aufgestellter Heerhaufe; sie litten bittere Noth unterden ersten gewaltigen Streichen der Sachsen und mit Vielen sank mancherschwäbische Graf tödtlich getroffen vom Pferde, Herzog Rudolf selbst ent-ging mehrmals kaum dem gleichen Geschick. Bald nach ihnen kamen auchdie Baiern in's Gefecht, aber fast hätten beide Schaaren zusammen dem Un-gestüm und der Umsicht Otto's von Nordheim und der Seinen doch weichenmüssen; erst das Eingreifen der weiteren königlichen Heerestheile warf dieermattenden Sachsen in die Flucht und Heinrich war Sieger. Nach verwüsten-dem Zuge bis nördlich vom Harz zog er auf Bitten der Fürsten das Heerzurück, entliess bei Eschwege die Truppen in ihre Heimath und setzte mitden Fürsten auf den 22. Oktober eine neue Heerfahrt an.
Nach ihrer Rückkehr von Eschwege hielten Rudolf und Bertold vierzig-tägige Fasten ab und gelobten Gott, so wird uns erzählt 163 , nicht fürder gegendie Sachsen zu kämpfen. Inzwischen begannen Unterhandlungen. In einemvon Wernher von Magdeburg an Siegfried von Mainz und Adalbero von Würz-burg geschriebenen Briefe 161 wurde erbeten: „der König setze uns einen Ort,wo wir mit euch und den Herzogen Rudolf, Bertold und Gottfried zusammen-kommen können und euren Urtheilsspruch, so wie euch unser Verhalten schuld-haft erscheinen wird, willig und ohne Vorbehalt hinnehmen mögen." In derThat fand, allerdings in aller Stille, eine Zusammenkunft Rudolf's und Ber-told's mit den sächsischen Fürsten statt, denen die Herzöge für den Fall derUnterwerfung eine nur kurze und milde Haft gewährleisteten; es hiess imSachsenlande, der König habe sie zu einer derartigen Vermittlung ermäch-tigt 165 . Diese Zusammenkunft ist eine Nachricht, mit der Bruno allein steht,allerdings derjenige Schriftsteller, der am ehesten davon erfahren konnte.Das fernere Verhalten der Herzoge, das nach Lambert's Mittheilungen allein
Bertold's, während z. B. ausser dem schwäbischen auch die bairischen, böhmischen, loth-ringischen Herzogsaufgebote einzeln genannt werden (Lambert SA. 183, 184, 185 undCarmen de hello Saxonico L. III.). Die Oosterreiehor waren anwesend und fochten im Baiern-heerbann. Auch "YVahnschafl'ö S. 65 ist der Meinung, dass Markward von Eppenstein denReichskrieg nur zur Befestigung seiner usurpatorischen Macht innerhalb Kärnthensbenutzte.
IM Von Bruno, c. 54.
101 Bruno c. 48.
185 Bruno c. 54.