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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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56 1075.

dann bei des Königs Osterfeier zu Worms, da sie unmöglich die umsichtigenKriegsvorbereitmigen verkennen konnten, einen Versuch machten die Fürstenwieder vom Könige zu trennen, Herzog Rudolf selber persönlich für den mitallen Kräften zu führenden Krieg eintrat und die irgendwie Schwankendenmit sich fortriss uo . Denn der Krieg gegen Otto von Nordheim war Rudolf sbeste, ja einzige Aussicht, das Haupt der Fürsten und dem Könige zunächstunentbehrlich zu bleiben. — Von "Worms aus ward nun den Sachsen derKrieg angekündigt, die Versammlung des Reichsheers auf den 8. Juni nachBreitungen entboten; einen letzten vergeblichen Versuch machte Heinrichdie Erfüllung seiuer freilich starken Forderungen noch in Frieden von denSachsen zu erlangen. Diese hatten noch eine Hoffnung: ihr schwer beweg-licher, festhaltender Sinn konnte es immer noch nicht fassen, dass Diejenigen,welche man von 1073 und 1074 her als die eigenen Freunde und Genossenbetrachtete, nun auf Seite des Königs sein sollten. Die mahnenden und bit-tenden Botschaften, die sie zu mehreren Malen an Herzog Rudolf, an HerzogBertold, an Gozelo von Lothringen und Andere sandten, blieben vergeblich 1UI .Die Fürsten waren von Worms der Rüstung wegen in ihre Gebietezurückgekehrt und der König feierte nur mit Wenigen das Pfingstfest (24. Mai)in der treuen Stadt. Dann aber klirrte es auf in allen deutschen Gauen vomEisen; von allen Seiten zogen sich die Einzelaufgebote nach der Werra zu-sammen, wo sie, gegen die den Sachsen verbündeten Thüringer zunächst durchdie Höhe des Rennsteigs gedeckt, Aufstellung nahmen. Auch der AelterenGedenken wusste nicht zu sagen, dass Deutschland je ein Heer so zahlreich,so kraftvoll und so trefflich ausgerüstet gesehen habe; selbst der gegnerischeHersfelder Mönch, um dessen Kloster die Lager standen, bricht in bewun-dernde Worte aus und das „Gedicht vom Sachsenkriege" schwelgt in Vergil-entlehntcn Worten, um die glänzenden Kriegsvölker aufzuzählen. Kein Bi-schof, Abt, Fürst oder Graf, nicht der kleinste Herr, rühmte man, hielt sichferne; nur Anno und der altersschwache Lütticher Bischof waren beurlaubt,ihre Mannen aber erschienen. Mit dem des Herzogs von Böhmen wetteifertedas Aufgebot Herzogs Rudolfs, der zu seinen Schwaben auch die Burgunderseiner heimathlichen Besitzungen herangezogen hatte. Aber was mochte beidem glänzenden Schauspiel wohl Herzog Bertold 16i empfinden, dessen Fahne

i6i) Bruno ca p. 44 Versehentlich verlegt er (gegen Lambert SA. 175 und BertoldS. 278) des Königs Osterfeier nach Mainz.

161 Lambert SA. 178. Er verwischt dabei die eigentliche Partheistellung von 1075.

i62 Bertold's Anwesenheit bei dem Feldzug wird ausdrücklich noch durch Bruno'sspäteres cap. 54: „Bertholdus et Bodulfus duces, postquam a priori sunt proelio reversi. . .." und auch von den Casus Petrish. MGSS. XX. 646 bezeugt. Die kleinen Irrthümerdieser letzteren späten Quelle über das Jahr des Feldzuges und die „dem Könige schonverdächtigen" oberdeutschen Fürsten sind natürlich nicht massgeblich. — Von Kärnthnernbei der Heerfahrt schweigen alle Berichte, ebenso von einer besonderen herzoglichen Schaar