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freilich Siegfried und Anno waren, die Antwort für den König in der dreistestenWeise ertheilt hatten. Er bot die Gesammtheit der Fürsten zum Reichskrieggegen die Empörer auf. Aber der grosse Eindruck der Wormser Bürger-erhebung für das Reichshaupt und des jähen Todes Regenger's, der eine Weilehindurch alle Widersacher Heinrich's still und willfahrig gemacht hatte, wardoch schon wieder zum guten Theil verflogen-, den Fürsten, die sich 1073immer offener auf die Seite der Sachsen gestellt und dem Könige Pacte mitdiesen auferlegt hatten, war es doch zu viel, ohne Weiteres gegen ihre Freundemaischiren zu sollen. Viele Bischöfe und eine Anzahl weltlicher Herren,die minder Mächtigen, kamen; dagegen Siegfried, Anno, der Strassburger undder vertriebene Wormser Bischof, ferner die Herzöge von Baiern, Schwaben,Mosel-Lothringen (Dietrich) und Bertold von Kärnthen, dazu die Dienst-mannenschaft von Fulda und Hersfeld, sie alle sagten einfach ab' 50 und schwer-lich ohne gegenseitige Vereinbarung. Unter diesen Umständen war der Königgenöthigt mit den Sachsen am 2. Februar 1074 den für die königliche Au-torität eine so gewaltige Eiubusse bedeutenden Frieden von Gerstungen zuschliessen.
In eigenthümlicher Weise standen Rudolf und Bertold dem Friedengegenüber l51 . Trotz der wohlwollenden Neutralität, die sie einnahmen, hattendie Sachsenfürsten nicht mit ihnen verhandelt, ehe sie mit Heinrich abschlössen •,nur Straflosigkeit bedangen sie, wie für die sonst vom König Abgefallenen,ausdrücklich auch für Siegfried, Anno, und für Rudolf aus. Diese Amnestievon Otto von Nordheim's Gnaden war nicht ohne bitteren Beigeschmack, ammeisten für Rudolf, da Otto sich seine Wiedereinsetzung in Baiern ausbe-dungen hatte an der Statt Welfs, der ja Rudolf seine Erhebung verdankte,und da zudem die letzten Ereignisse im Sachsenlande gezeigt hatten, dass,wenn ein Gegenkönig erhoben werden würde, der Nordheimer die meisteAussicht habe. Die oberdeutschen Herzoge verhielten sich zunächst noch un-schlüssig-abwartend l52 ; als der König in der Hoffnung eine Ermässigungder Gerstunger Bedingungen mit Hilfe der Reichsfürsten durchzusetzendie letzteren alle auf den 10. März 1074 nach Goslar berief 153 , erschienensie nicht und ebenso, kaum ohne allgemeine gegenseitige Verständigung,auch kein anderer aüssersächsischer Fürst.
,60 Lambert 139. 144.
151 Die Anhaltspuncte bei Lambert 141 und andererseits in Bruno's hier ehrlichen,ärgerlichen Worten c. 31 am Ende.
152 Bertold's von Reiehenau Nachricht MGSS. V 276, dass 1074 eine besondere Aus-söhnung „Rudolfs und der übrigen Rebellen" mit dem König stattgefunden, zog ich schoroben zu 1073. (Anders Grund S. 45.) Lambert's Worte SA. 149 z. 4—2 v. u. setzen auclnur eine (stillschweigende) Amnestie voraus.
15S Lambert SA. 146.