Die Anklage Regenger's. 51
pläneschmiedenden geistlichen Fürsten vom Rhein m und schliesslich nichtzum wenigsten die bisherige Umgehung des Königs, die jungen schwäbischenHerren.
Die sie Alle fürchteten, die völlige Einigung zwischen dem Könige undden beiden Herzögen, sie ward auf einer Rast des königlichen Zuges zuNürnberg jählings unterbrochen. Ein gewisser Regenger ,43 , der bisher unterdes Königs Umgebung gesehen worden war, trat unvermuthet gelegentlich einerZusammenkunft der königlichen Begleiter u * vor Rudolf und Bertold, an dieer sich schon seit einiger Zeit herangemacht hatte, und enthüllte, wiederKönig ihn selbst und Andere habe zu Würzburg dingen wollen die beidenHerzoge zu ermorden. Lambert selbst sogar glaubt an die Wahrheit dieserseiner Mittheilung nicht recht; es sei ungewiss, ob Regenger auf AndererAntrieb oder aus persönlicher Erbitterung gegen den König dies gethan habe,sagt er und kann dabei ebenso gut an eine Erfindung als an die Enthüllungdenken. Von jeher hat man in der That, was auch er janiclit in Abrede stellt, denKönigsgegnern — noch richtiger wäre: den Gegnern der Versöhnung — dieseIntrigue zugeschrieben; siekönnen dabei sehr wohl eineVerstimmungRegenger'szur Anknüpfung benutzt haben. Herzog Rudolf selbst möchte ich jedenfallsdiesen Ränken fern glauben, dieselben werden ja erst dann recht verständlich,wenn der Rheinfeldner durch sie getäuscht wurde 145 . Neu war übrigens dasMittel dieser Schmiede nicht: sie hatten einfach die Anklage des Egino, dievor 3 Jahren Otto von Nordheim um Baiern gebracht und ihn in der Folgezum eigentlichen Haupt der wüthenden Sachsen gemacht hatte, hervorgesuchtund nur mit anderen Rollen und anderer Richtung wieder aufgetischt. Abersie erreichten ihrenZweck. Rudolf ward, gerade weil er zu dieser Zeit zwischender Verlockung, mit Hilfe der rheinischen Erzbischöfe eine grosse Rolle alsHaupt der Reichsopposition zu spielen, und dem Gedanken des einfachen undtreuen Anschlusses an seinen königlichen Schwager schwankte, um so heftigerdurch die Enthüllung betroffen, welcher Regenger durch dreiste Hinzuthat vonEinzelheiten undüebernahme aller Verantwortlichkeit Vertrauen zu erweckenverstand. Beide Freunde, er und Bertold, glaubten dem Ankläger alles und
144 Lambert SA. 129 lässt keinen Zweifel, dass der König sie durchschaute.148 Larabert SA. 130ff., Bertold Ann. S. 276.
IM „prorupüin medium" Lambert, „palam protestatus est" Bertold.
145 Floto I 305 f. vermuthet die Anstifter in den sächsischen Fürsten und „Gleich-gesinnten unter denen, die nach Würzburg zogen"; das wären die rheinischen Fürsten. Der-selben Meinung ist auch Giesebrecht III 4 289; Lindner S. 81. Grund 1. c. S. 36 hält Rudolfvon Rheiufelden „nicht für ganz unbetheiligt". Seine ganze Darstellung des Jahres 1073ist nicht glücklich. Wagemann S. 85: „offenbar von Rudolf und seinen Genossen im Ein-verständnisse mit den Sachsen gewonnen, ein Ritter Namens Regenger". Es ist wirklichschwer erfindlich, bei wem das angeblich so zusammengesetzte Consortium Heinrich danneigentlich noch verdächtigen wollte.
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