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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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50 1073.

handlungen mit den Sachsen und unter einander verkündeten sie den Be-scheid : auf der Weihnachtsfeier des Königs zu Cöln — an Anno's Sitz ! —sollten die Sachsen dem Könige für den Aufruhr gegen des Königs Personund des Reiches Frieden eine angemessene Genugthuung bieten und Heinrichihnen danach Straflosigkeit und Bürgschaften gegen die Vergewaltigungen,durch welche sich das Volk zum Aufstande gereizt erklärte, gewähren. Daswar immerhin noch ein Vorgehen im Sinne des Königs und Siegfried oderAnno möchte ich nicht gerade als seine Urheber betrachten. Mögen in derBerathung der Fürsten die schlimmsten Dinge und Pläne lauter oder leiservorgebracht worden sein: der Endbeschluss wahrte zwar ein gut Theil reichs-fürstlicher Mitwirkung, aber er wollte doch die Verlegenheiten des Königsebnen anstatt sie vergrössern. Und sucht man die Stimmführer solcherHaltung, so sind sie in Gottfried und in Bortold zu erblicken.

Die Gerstunger Beschlüsse überbrachten die Gesandten nach Würzburgund Heinrich erklärte sich bereitwillig einverstanden, da er nur den Friedenwünsche. In einer ebendort am 27. Oktober ausgestellten Urkunde H0 zählteer als Zustimmende zu derselben neben der fürbittenden Königin Berta dievon Gerstungen zurückgekehrten Fürsten mit Einschluss Bertold's, sowie dieausserdem anwesenden Liemar, Erzbischof von Hamburg - Bremen, dieBischöfe von Würzburg, Augsburg, Utrecht, Zeitz, Osnabrück und den HerzogWeif auf, mit denen also der Herzog Bertold dort zu verkehren Gelegenheithatte.

Der König feierte das Allcrheiligenfest noch zu Würzburg Ul , mit ihmBertold und Rudolf, die ihn auch begleiteten, als er von dort nach Regensburgaufbrach. Den Zweck dieser gemeinsamen Reise kennen wir nicht, er kannsich möglicherweise auf Kärnthen gerichtet haben. Vielleicht sollte währenddes ferneren Zusammenbleibens aber auch nur das Einvernehmen des Königsmit Bertold, dem so treu und hilfreich Bewährten, noch fester geknüpft undHerzog Rudolf, den der Zähringer auch fortan als den eigentlichen Freundund Genossen betrachtete, noch mehr in dasselbe mit aufgenommen werden.Es war eine Wandlung, die gar Manchen mit Sorge für sein eigenes Vorhabenund seine Stellung erfüllen konnte, und zwar besonders, wenn man die Eppen-steiner dabei ganz aus der Betrachtung lässt, die sächsischen Häupter, die

nach dem Rath der Fürsten wissen. Für den Absetzungsbeschluss Wagemann, S. 43(1'.;gegen denselben mit den überzeugendsten Gründen Lindner S. 80 und 107; mit weiterenE. Meyer, Lambert von Hersfeld als Quelle etc. 1069—77, Königsb. Diss. 1877, S. 34 f.und U. Fischer S. 79. Lambert, der hier so geheimes Wissen vorgiebt, ist es eben um diemöglichste Hervorhebung Rudolfs und eine Gelegenheit zu thun, ihn als ohne sein Zuthunzum König begehrt hinzustellen. — In diese Frage spielt auch die immer noch umstritteneAutorschaft des Carmen de hello Saxoniae hinein.

140 St. 2768.

141 Lambert St. 129.