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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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Rüstung zum Sachsenkrieg. Verhandlungen. 49

Aber die Fürsten, wenn sie auch in noch bewahrten edleren Regungenmit keiner anderen Ansicht über den Sachsenaufruhr hervortraten, als in derherben Verurtheilung lag, die Herzog Bertold so männlich und ernst denaufständischen Führern am Burgberg der Harzburg in's Antlitz gesagt hatte,sie waren doch zu keinem schnellen Einschreiten des Reiches fortzureissen.Zudem kam für Rudolf von Schwaben, der schon seit längerer Zeit in eigenerdirecter und intimer Verbindung mit Papst Gregor stand, sein Plan in Betracht,gerade jetzt, im September, zur persönlichen Besprechung mit dem Papst,der ihn darum gebeten hatte, nach Italien zu gehen n7 . So ward die Rüstungvertagt: am 5. Oktober wollte man mit neuen, zahlreicheren Streitkräften ander Fulda zusammenkommen. Der Moment der Vergeltung war für Heinrichvereitelt; die Sachsen setzten den Kampf gegen die königlichen Plätze undTruppen im Lande fort und erhoben gegen des Königs Person die unerhör-testen Anschuldigungen. Zudem vermittelte mit ihnen trotz des beschlossenenFeldzuges Siegfried von Mainz auf den 20. October den Tag von Gprstungen,der die freie Entscheidung über Heinrich nnd seine Rebellen in die Handder Fürsten zu legen bestimmt war.

Heinrich freilich ging darauf nicht ein, um so weniger als die Sachsen mit ge-waltigen Streitkräften auf Gerstungen zogen ,8 f. Er entsandte zum 20. Oktoberdorthin Siegfried von Mainz und Anno von Cöln, die Bischöfe von Metz undBamberg, Herzog Rudolf, ferner seinen treu bewährten Wortführer bei denSachsen, Herzog Bertold, der also, wie schon angedeutet, auch jetzt in seinerNähewar, und fernerdenMann, der sein Leben lang in der Königstreue verharrtist, Gottfried III oder Gozelo von Lothringen. Er selber wartete in Würzburgdie Rückkehr der Gesandten ab. Der Antheil, den Bertold an den nunfolgenden Verhandlungen zu Gerstungen genommen, lässt sich so wenig wieder eines Anderen herausschälen. Das kann zunächst nicht verwundern undZweifel erregen, was Lambert, wenn auch sehr übertreibend und umdeutend,erzählt: dass in der so zusammengesetzten Gesandtschaft die leidenschaft-lichen sächsischen Darstellungen der königlichen Verbrechen und Pläne nichtungehört verhallten, aber dahin vermag ich dem Hersfelder nicht zu folgen,dass von den mit der Vertretung des Königs betrauten Fürsten schon damalszu Gerstungen heimlich die Entsetzung des Königs und die Wahl Rudolfsin Aussicht genommen worden sei l39 . Als Ergebniss der dreitägigen Ver-

187 Gregorii registrum bei Jaffe Bibliothcea II 35. Des Papstes Aufforderung gehtaus dem Schreiben bei Sudendorf, Registrum II S. 22 f. hervor, in welchem Rudolf demPapste schliesslich absagt. Es klingt allerdings fast, als habe er selber nie an die Reisegedacht, sondern nur der Papst, der in dem erstgenannten Briefe bei Jaffe einem Drittengegenüber die von ihm ausgegangene Einladung verhüllt.

188 Lambert SA. 128f. Bertoldi Ann. zu 1073 S. 276 (mit leicht erklärlicher Ver-wechselung Würzburg anstatt Gerstungen.)

180 Zumal Bertold's Annalen nur von dem Genugthuungsversprechen der SachsenHeyck. 4