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Herzoge, zu erscheinen; zugleich damit erhielten diese anderweitig die Nach-richt, der misstrauisch gewordene König rüste einen Heerzug gegen sie nachSchwaben. Den konnten sie wohl abwenden; aber wenn sie sich an den Hofbegaben, da konnte recht wohl, wie sie selber fühlten, ein Rechtsspruch auchihnen das Schicksal des — immerhin schlimmer belasteten — Otto von Baiernbereiten. So suchten sie durch einen regen Botschaftenaustausch sowohlihre persönliche Verantwortung wie den drohenden offenen Kampf hintenan-zuhalten, während Rudolf zugleich sich an die im Kloster der heiligen Petro-nilla zu Rom lebende Kaiserin Agnes wandte und sie um Vermittlung er-suchte , fest aber entschlossen lieber sich mit den Waffen in der Hand zuvertheidigen, wenn die Vermittlung misslinge, als zum Hoftage zu ziehen.Es bringt wohl Niemand fertig Lambert zu glauben, dass die stille Klausnerinnur um ihres ehemaligen Günstlings willen, um diesem gegen den König,ihren eigenen Sohn, zu helfen, nur Rudolf zu Liebe der Aufforderung Gehörgegeben habe; vielmehr: ihren Sohn und ihren einstigen Schwiegersohn zuversöhnen machte sie sich auf und traf am 25. Juli 1072 mit König Heinrichin Worms zusammen, wohin unter besonderer Bürgschaft der Prälaten vonKöln und Mainz auch Rudolf kam und wo in der That eine Aussöhnung zuStande gebracht wurde. Ob Agnes damit für ihres Sohnes wirkliches Wohlgesorgt hat, steht dahin; jedenfalls entsprach ihr Eingreifen auch 114 dentlirecten Wünschen des Papstes, dessen grosser Feldzug gegen das Imperiumdurch die drohende Demüthigung des Rheinfeldners eine zweite grosse Ein-busse an weltlichen Bundeskräften erlitten haben würde.
Dass Agnes gar nicht bei ihrem Sohne verweilte, dass es zu keinemrechten Aussprechen kam, dafür sorgte das dichte cluniacensische Mönchs-gehege, in dem sie erschienen war und das alsbald wieder mit ihr davoneilte.Von Rudolf aber, also von seinem eigenen Helden erzählt uns Lambert, ersei wieder voll Misstrauen von seinem Könige gegangen, der soeben erst desHerzogs entschuldigende Darstellung hingenommen hatte.
Bertold hatte bis dahin alles mit Rudolf: die Unzufriedenheit, die Oppo-sition, das Verdächtigwerden, die Gefahr getheilt. Aber mit ihm bedurftees keines besonderen Ausgleichs; der mit Rudolf getroffene galt stillschweigendauch für ihn. So steht Bertold also doch nur im Hintergründe da, als derHelfer Rudolf s und sein auf eigene gesonderte Berücksichtigung verzichtenderGenosse, wie es ja der landlose Herzog auch schwerlich anders hätte thunkönnen. Er hat allezeit in treuer Freundschaft au Rudolf und au der Rich-tung festgehalten, die nunmehr längst auch seine innere Ueberzeugung für
Hildesb. MGSS. III 105) bestätigen, dass in der That aufrührerische fürstliche Umtriebei. J. 1072 stattfanden; ihre einzige Nachricht für dies Jahr.l " Vgl. Grund S. 25.