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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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dass Heinrieb, der König, sich entschloss, mit Adalbert heimlich zu ent-fliehen. Nachdem diese Flucht vereitelt worden war, fand am andern MorgenHeinrich Gelegenheit, dem so unmächtig gewordenen Manne davon zu helfen es konnte wie Flucht, aber auch als Verjagung Adalbert's erscheinen,er selbst blieb zu Tribur zurück, nicht mehr anders, als in der rücksichtslosenGewalt der Fürsten.

Nun ward noch einmal und diesmal mit mehrjähriger wirklicherGeltung das bischöfliche Gesammtregiment des Reiches mit Wechsel desLeiters erneuert, das Anno vor 4 Jahren so leicht beseitigt hatte; zugleich aberwar es den Versammelten von grosser Wichtigkeit, sich über das Verhältniss desReiches zu Rom schlüssig zu machen. Anno selbst erzählt in einem Briefe anPapst Alexander II 10 ° diesen Theil der Triburer Begebenheiten in folgenderWeise: Der König hielt nach der Octave des Epiphaniastages (13 Januar) eineBesprechung ab und begann von den Reichsangelegenheiten. Alles schwieg,man nickte Anno zu, er solle reden. Er nun, nach gewundenem Anfang, for-derte als Erstes und Dringendstes vom König, nicht länger gegen Papst Ale-xander Stellung zu nehmen, ihm vielmehr Genugthuung und die gebührendenEhren zu geben. Das fand allgemeinen Beifall und auch die anscheinend gernegegebene Zustimmung des Königs. Dann war die Frage, wer der Ueberbringerdieses Beschlusses nach Rom sein solle. Es hiess: der Kölner, er sei Erzkanzler von Italien; der König selber wandte sich auf die Zurufe hin an ihn.Anno selber war mächtig erschrocken, da er der Plagen und Vorwürfe gedachte,die ihm das Mantuaner Concil von 1064, wo er den König vertreten hatte,eingetragen hatte; er weigerte sich durchaus. Da nahmen ihn seine FreundeRudolf und Bertold bei Seite und mit sich hinaus, und sprachen ihm mitdringenden Worten zu, er müsse die Gesandtschaft übernehmen; sonst werdenichts aus ihr werden und der König alle Schuld ihres Unterbleibens des Vor-wandes froh auf Anno schieben, denn er habe gewiss schon, als er seineZustimmung gab, ein solches Hinderniss durch Anno's Weigerung voraus-gesehen. So ging denn der mühsam Ueberredete in die Versammlung zurückund erklärte sich bereit. Aber Niemand gab ihm Antwort und auch später

100 Der Brief Anno's bei Giesebrecht III* 1243 f. Nöthigenfalls werde der Com-mentar, den Mehmel S. 33 giebt, verglichen. Giesebrecht's Datirung (Frühjahr 1066;vgl. S. 1104) hat allgemein überzeugt. Lindner S. 53 und Mehmel S. 32 sprechen jedochunnötigerweise von 2 Reichsversammlungen im Jan. 1066. "Was Anno erzählt, ist ebenein Theil der Triburer Verhandlungen und zwar eine Berathung in engerem Kreise: eswaren nur Erzbischöfe und Bischöfe nebst den 3 Herzogen zugezogen, während wir dochvon anderen Besuchern des Reichstages wissen principe.? neben den episcopi und duecs(Ann. "Weissenb. MGSS. III 71) und die längere Dauer desselben den Lorscher Abt(Chron. Lauresh. MGSS. XXI 415) noch zu citiren erlaubte. Eben der internere Charakterder von Anno gemeldeten Vorgänge innerhalb der Versammlung kann das allerdings auchsonst nicht gerade auffällige Schweigen anderer Quellen erklären.