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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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Abgabe der schwäbischen Grafschaften. 31

früheren Amtsbezirke nicht mehr in seinen Händen; aber wir haben aller-dings sehr wenige Spuren, an wen ihre Verwaltung überging, zu welcher Zeitund unter welchen Umständen. Den Albgau hatte 1071 ein Graf Gerhardinne 89 , der aus einem anderen Geschlecht entsprossen sein muss, und inder Ortenau erscheint schon 1064 ein Graf Wernhard, 1070 in der Ortenau-grafschaft Ottenheim, der südlichen, ein Luitfrid 90 . Im Thurgau erscheinterst 1094 wieder der Name eines Grafen und dieser ist dann kein Zähringer;aber es giebt Gründe anzunehmen, dass dieser Gau bis 1077 unter der Ver-waltung der Zähringer blieb 91 . Einen Gau ganz bestimmt hatte HerzogBertold, nicht sich selbst, doch seinem Hause gewahrt: das war der Breisgau.Ueber diesen wenigstens fehlt es nicht so an Nachrichten und die Grafen-stellung, die Hermann, der Markgraf, im Breisgau einnahm, wird mit derPerson dieses Zähringersohnes im Folgenden in ihrer mehrfachen Ausübungbehandelt werden können. So stand denn nunmehr Bertold als gleich-berechtigter Fürst neben dem Rheinfeldner da, dem gegenüber er keine Pflichtenmehr hatte, während er darum doch durch seinen Grundbesitz und durch dasbreisgauische Grafenamt seines Hauses fest in Schwaben wurzelte. Es ist be-greiflich, wenn Bertold in dieser Stellung, im Range Herzog, thatsächlich alsgrosser Herr ohne Amt in Schwaben lebend, bald dazu gelangte, sich vorzugs-weise um die Dinge im Reiche und unter dem Fürstenstande zu bekümmern,wenn auch er in bedeutsamer Weise den grossen Bewegungen näher trat,welche den letzteren bewegten.

Nicht aus einem ruhigen, in Ordnung sich regierenden Reiche, sondernschon aus hin- und herfluthenden Partheiungen, welche die die angesammelteKraft verbrauchende Macht seines Kaiserthums noch niederzwang, warHeinrich III allzufrüh abberufen worden. Da sprossten nun in des Reicheshalber Verwaisung die Schösslinge munter empor, deren Keime doch schonin dem gelockerten Boden lagen: das Bestreben der Fürsten und zwar derbischöflichen Herren nicht minder als der weltlichen Herzöge, freier von derReichsgewalt, vollmächtiger im eigenen Territorium zu werden, dazu derbrennende Wunsch Mancher, sei es für die genannten Ziele, sei es auch blossaus Ehrgeiz, Herrschsucht und Eitelkeit, am Hofe der Kaiserin-Wittwe selbsteinenbestimmendenEinfluss Zugewinnen. Kaiserin Agnes zeigte zunächst einefeste Hand, und besondere Geltung bei ihr besass nur Einer, der aber ohne

80 1071. Apr. 3. Fürsteub. ÜB. V 36. Früher hat man diesen Gerhard mit demZähringer Gebhard verwechselt.

00 1064. März 1. Mitth. d. Inst. f. österr. Geschf. V406; 1070. Oct. 7. Würdtwein,subs. nova VI 243. Die Ortenau zerfiel damals in zwei Grafschaften, Kinstorf und Otten-heim ; vgl. die letztere Urkunde.

01in payo Turgawo in comitatu Hartmanni" Züricher. 1 134. Das Angedeuteteunten bei Bertold II zu 1083.