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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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Das Herzogthum Kärnthen. 29

worden waren 83a , sowie die Mark Carniola, Krain. Die höchst wechselvolle Ge-schichte des Kärnthner Herzogthums im X. und XI. Jahrhundert, der seltenruhende Streit um und gegen das Herzogthum, die Familienwechsel, sowiedie Amtsentsetzungen der Inhaber hatten einer Zertrümmerung Gesammt-kärnthens den erheblichsten Vorschub geleistet; während nur die Markgraf-schaft Verona dauernd bei dem Hauptlande verblieb 84 , ward die (nördliche)Mark Kärnthen (die nach dem späteren regierenden Hause und dessenStammburg Steir am Zusammenfluss der Steier und Enns dann die Steiermarkgenannt und 1180 zum eigenen Herzogthume erhoben wurde) i. J. 1035 ab-gezweigt und dem Grafen Arnold von Lambach übergeben 85 , und findet sichferner Krain 1040 schon abgelöst unter besonderen Markgrafen, von deneneiner, Ulrich, in einer Nachricht von 1062 auch schon als Inhaber der zuunbekannter Zeit auf ihn übergegangenen Verwaltung Istriens erscheint 86 . Sowar denn das Herzogthum, das Konrad III i. J. 1057 empfangen, aber ver-geblich in Besitz zu nehmen vorsucht hatte, einzig noch mit den weiten Ge-bieten der Mark Verona und der zu dieser gehörigen Grafschaft Friaul vereint,während die Abhängigkeit der Machthaber in den abgezweigten Theilenvon der Oberherrschaft des Herzogs in den Stürmen des vergangenen Jahr-zehnts zu einer recht unwirklicken geworden sein muss. Die feindlichenGewalten in Kärnthen, die den Herzog Konrad III ins Land zu kommengehindert haben, hat keine Ueberlieferung genauer bezeichnet, es ist nur eine,freilich die nächstliegende Vermuthung, wenn in ihnen in erster Linie das-jenige Geschlecht erblickt wird, das selber (unter Adalbero 1012 1035) vorZeiten die Herzogswürde innegehabt hatte und reich in diesen Landen be-gütert war, das der Eppensteiner nämlich, zu welchem sich der mächtigeUlrich von Krain und Istrien zu gesellen um so eher Veranlassung gehabthaben mag, wenn er eine Beeinträchtigung in Istrien durch die gesetzmässigeStellung eines neuen Herzogs zu besorgen hatte.

Dies war die Lage, der sich der neu ernannte Herzog, Bertold vonZähringen, gegenüber fand. Sollte er nun versuchen, worin Konrad ge-scheitert war? Bertold hat thatsächlich keine Truppen versammelt, um mitihnen nach Kärnthen zu ziehen, und sich keiner Niederlage durch die ihm zu-gewiesenen Unterthanen ausgesetzt; wir erfahren nicht einmal, ob er über-

8SaMarca . . . Veronensis et Aquüegensis" bei Cont. Reginonis MGSS. I 621 zu952 will Verona, Friaul und Istrien zusammenfassen. Friaul galt nach 952 nur als Comitatund zwar innerhalb der Markgrafschaft Verona. Vgl. Wahnschaffe, S. 5 Ann. 10.

81 Die Belege b. "Wahnschaffe insbes. S. 9 Anm. 22 u. S. 15 Anm. 47.

85 Wahnschaffe 33, 36 ff.

86 Wahnschaffe (S. 62) glaubt dies durch den grossen Erbbesitz Ulrich's in Istrienzunächst veranlasst. Ueber Krain vgl. noch A. Meli, d. bist. u. territoriale EntwicklungKrains vom 10. bis ins 13. Jahrh. Graz 1888, aber auch die Anzeige dieses Buches vonA. HuberMJÖG. X145ff.