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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
27
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Bertold Herzog von Kärnthen. Richwara. 27

verzeichnet, dass Bertold mit seiner Gemahlin Richwara zugleich einst Güterim Neckargau (im jetzigen württemb. Oberamt Kirchheim unter Teck) an dasin der Folge nach St. Peter übertragene 80 Kloster Weilheim überwiesen habe.Ueber die von den Quellen im Dunkel gelassenen Herkunft der Herzogin istaber neuerdings die sehr zu beachtende Vermuthung aufgestellt worden,Rich-ware, erste Gemahlin Bertold's I, sei höchst wahrscheinlich eine Tochter des1039 verstorbenen Herzogs Konrad II" [von Kärnthen]gewesen und durchsie seien von der Seite ihrer Grossmutter, der schwäbischen HerzogstochterMathilde (der Mutter ihres Vaters, eben des Herzogs Konrad II) ererbte ala-holfingische Güter auf ihren Gemahl Bertold I übergegangen" 81 . Zu diesenwürde sich auch das von Beiden an Weilheim Geschenkte als ein altes alahol-fingisehes Gut vortrefflich fügen. Und nun kommt ferner zur Bestätigung dieserAufstellung in Betracht der wichtige Kern einer Mittheildng Ekkehard's vonAura, die zwar nicht irrthumsfrei ist, aber nicht zu denen gehört, welchewillkürlich entstehen: der Chronist erzählt nämlich, dass Kärnthen nicht nuran Bertold I, sondern später auch an dessen Sohn von Heinrich IV übertragenworden sei, er versäumt auch nicht hinzuzusetzen, dass der spätere Verlust desHerzogthums Vater wie Sohn betroffen habe. Dieser Hergang scheint mir aufdie Weise am natürlichsten begründet zu werden, wenn man den Sohn Ber-told's und Richwaren's als Träger gewisser erblicher Ansprüche auf Kärnthen,die durch die Mutter auf ihn gekommen seien, betrachtet 82 . Nicht, dass an-

Notitia darin f.d. 27. Dec. 1111, die zurückgreifend erwähnt (S. 140)dux Berhtoldusprimua cum thori sui consorlc domna Bichwara".

80 Ueber das Vcrhältniss von St. Peter und Wcilheim unten zu 1093.

81 Uebrigens schon Pistorius, der bekannte Rath des Markgrafen Jakob vonBaden-Hochbcrg hatte in seinen Stammtafeln (in der 3. Aufl. seiner Scriptores rerumGermanicarum 1726 zu Bd. III S. 742), ohne sich auf seine Gründe einzulassen, angegeben,sie sei eine marebionissa Carinthiae gewesen. Fickler, zuerst inBorhtold der Bärtige"S. 24 und dann besondersQuellen und Forschungen" S. 14 in einer aus geistreichen undguten Hinweisen und aus Irrthümern und Irrschlüssen zusammengesetzten Anmerkung (2)erklärte Richwara für eine Tochter Herzog Hermann's II von Schwaben, eine SchwesterMathilden's, der Mutter Konrad's II von Kärnthen. Ueber Hermann II vgl. Ohr. Fr.Stalin I 467ff. P. JFr. Stalin I 191ff. Fr. L. Baumann ist der Urheber der im Text er-wähnten, immerhin mit Fickler's Combinationen sich berührenden Hypothese, die Meyervon Kuonau nach Baumaun's Mittheilungen in seiner Ausgabe der Oontiuuatio casuumS. Galli, St. Gallische Geschqu. IV (Mitthoilgn. zur vaterl. Gesch. hrsg. v. bist. Verein inSt. Galleu. XVII (Neue Folge VII) St. Gallen 1879) Anm. 213 (S. 80) bekannt giebt undderen Begründung durch Dr. Baumaun versprochen wird. (Somit wäre Richwara um aweiGenerationen jünger, als bei der Fickler'schcn Annahme). Vgl. auch den AbschnittAemter und Besitzungen".

82 Ekkeh. Uraug. S. 198.ducatus Karinthiorum ei [Bertold I] committilw, quem

postea fdio suo aeqnicoco ipsius rogatu rex Heinrieus commisit ; sed postmodum ___ patrem

et natum paroipendem offendit." Der Autor meint also eine erst später auf des VatersBitte geschehene Uebertraguug auch auf den Sohn durch den inzwischen mündig gewordenen