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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
26
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26 1061.

Es ist nicht anzunehmen, class Bertold schon vor 1061 ein abermaligesVersprechen, diesmal für den Fall der Erledigung Kärnthens empfangenhabe 76 , wenn man auch im Allgemeinen daran gedacht haben wird, ihn zuentschädigen. Die Quellen erwähnen eine Zusage nicht 5 zudem war HerzogKonrad III noch kurz vor seinem Tode ein zur Heerfahrt tüchtiger, rüstigerMann gewesen, eine baldige Erledigung dieses doch eben erst wieder besetztenHerzogthums konnte also damals schwerlich vorausgesetzt werden.

Nachdem diese dann 1061 dennoch erfolgt war, ward alsbald also indem gleichen Jahre 77 , da Kaiserin Agnes in die Hand des rührigen Otto vonNordheim das Herzogthum Baiern legte 78 dessen unruhiges NachbarlandKärnthen dem schwäbischen Grafen übertragen.

Und um so weniger war ja ein Säumen geboten, als gerade i. J. 1061die Erfolge des Reichsregiments in Ungarn, die es 1058 dauernd erlangt zuhaben glaubte, so plötzlich wieder verloren gegangen, der deutsche Einflussund das Ansehen des Reiches bei den Magyaren in einer Weise, die diesemselbst Gefahr drohte, vernichtet worden waren. Da mochte es um so dring-licher erscheinen den Herzogthümern des Ostens kräftige Fürsten zu setzenund zwar solche, die dort kein überkommenes eigenes, sondern nur des ReichesInteresse zu vertreten fanden, hier Otto, dort bei den Kärnthnern, geradeweil sie langher in allzu selbständigen Beziehungen zu den Ungarn gelebthatten, Bertold aus Schwaben.

Und nunmehr, nachdem Bertold Herzog gewoi'den, ist es gelegene Zeitseiner Gemahlin, Richwara's zu gedenken. Eine Urkunde im Besitzrodel vonSt. Peter auf dem Schwarzwalde, die einzig ihren Namen aufbewahrt hat 70 ,

70 An eine kärnthnische Anwartschaft Bertold's zur Entschädigung für Schwabendenken Chr. Fr. Stalin I 494. H. Floto, K. Heinrich IV. und sein Zeitalter. Stuttg. u.Hamb. 1855 I 189. P. Fr. Stalin I 209.

77 Das Jahr 1061 für den Tod Konrad's geben die Wcissenburger Ann. MGSS. III71: Cuono dux Karendinorum obiit; Todu. Neubesetzung zu 1061 Bertold's Annalen S. 271,auch in der MGSS. XIII abgedruckten Hs., S. 731. Lambert hat (SA. 41) offenbar 1058auch für Konrad's Todesjahr gehalten. Die Erhebung Bertold's erwähnt er nicht.

78 H. Mehmel, Otto von Nordheim, Herzog von Bayern 10611070, Götting.Diss. 1870. S. 12 setzt Otto's Erhebung, aber nicht mit zwingenden Gründen in den Februar.(Uebrigens verstrich in solchen Fällen und gerade in diesem wohl manche "VVoche oder garmancher Monat für langwierige Botensendungen, bis Veranlassung und Entschluss zurvollendeten Thatsache führen konnten). Bertold's Annalen S. 271 begünstigen, indem siesie ganz am Anfang für 1061 erzählen, dass des Zähringers Ernennung in den ersten Theildes Jahres fiel. Andererseits ist wieder zu beachten, dass der Hof Ende Uctober in Basel,am 5. Nov. in Donaueschingen, also zu dieser Zeit in der Nähe und inmitten der zähringi-schen Gebiete war (vgl. E. Kilian, Itinerar K. Heinrich IV. Heidelb. Diss. Karlsruhe1886. S. 21 f.), sonst blieb er in diesen Jahren dieser Gegend ferner; so könnte wohl beijener Gelegenheit mit Graf Bertold verhandelt worden sein.

70 Rotulus Sanpetrinus hrsg. v. Fr. v. Weech, Freiburger Diöcesan-Archiv XV 1882.