24 1057—1061.
gedachte sie nur desto fester und inniger mit einem treuen Eidam zugleichbei sich und bei der Krone zu erhalten. Im Jahre 1059 ward Mathilde demVerlobten angetraut, doch schon in kurzer Frist ward die vierzehnjährigeNeuvermählte zu Grabe getragen B9 .
Bertold's Aussicht auf seiner Heimath Herzogsfahne, mochte sie nunauf ein besonderes Versprechen begründet sein oder nicht, war über-gangen; Rudolf waltete über Schwaben und ward dem Lande ein Fürst, derihm Jahre lang in Ordnung und Frieden' 0 vorstand und dem, als er dann dieFahne des Aufstandes gegen den königlichen Lehnsherrn erhob, wenigstensein stattlicher Bruchtheil der schwäbischen Grafen und Herren in allenWechseln und bis über den Tod hinaus treu geblieben ist. Im Reiche weiter-hin hiess er Burgunder, und spätere Schriftsteller haben ihn zum HerzogBurgunds gemacht, während er doch nur der Eigenthümer seiner grossenAllodien in diesem Königreiche blieb 71 . Denn dessen Regierung wurde auchfortan von den Saliern selbst ausgeübt, welche bei den dort einheimischengeistlichen und weltlichen Grossen selbst bis in die Provence hinein stete undrückhaltlose Anerkennung als die Könige des Landes und in ihren späterenKämpfen gegen den Fürstenwiderstand im deutschen Reiche gerade in jenentreue und eifrige Anhänger besessen haben.
eignisse in das (sichere) Todesjahr Otto's, 1057, Lambert sie möglicherweise darum, weilRudolf erst 1058 Herzog ward, iu dies Jahr zieht. Mathilden's Alter ergiebt sich aus Her-mann von Reichenau MGSS. V S. 125, wonach ihre Geburt in den Herbst 1045 fällt; dieVerlobung nach der Einsetzung Rudolfs zum Herzog wird bei Lambert 1. c. berichtet,dort auch die erst dann erfolgte Uebergabc der Braut iu die Pflegschaft des ConstanzerBischofs und ferner die im Text berücksichtigten Gründe der Kaiserin zu diesem Ver-löbniss, welche letztere auch der Waltram von Naumburg zugeschriebene Liber de uuitateecclesie conservanda giebt. Fällt schon diesen Quellen gegenüber Ekkehard's Erzählungvon Rudolfs erzwungenem Verhältniss zu der kaiserlichen Wittwe, so zeigen auch diespäteren Ereignisse nur das stete treu-freundschaftliche Verhältniss Beider, wie denn auchRudolf später seiner Tochter (aus zweiter Ehe) den Namen gab, den die Mutter seinerersten Gemahlin, die Kaiserin trug.
69 Das Jahr der Vermählung 1059 giebt Bertold Ann. S. 271, und ebenda ihren Todzu 1060; Lambert SA. 102: „intru paueos dies cekbratae coniunetionis". Das ist aberstilistische Zuspitzung, denn nach dem Speyerer Todtenbuch bei Böhmer Fontes IV 317starb Mathilde am 12. Mai.
70 Wenigstens im Grossen und Ganzen. Gegen Ende August 1061 fielen iu einerschwäbischen Fehde Burchard und Wezel von Zollern. Bert. Ann. 272; MG Necrol. 1479;Weissenb. Todtenbuch bei Böhmer F. IV 313. Gegen Rudolf selber war die Fehde schwer-lich gerichtet; das hätte sonst wohl Bertold von Reichenau hinzugefügt. Vgl. auchL. Schmid, Hohenzolleru, II 39 ff., der den Gegner der Zollern zu erkennen glaubt. —Meyer vonKnonau, Jahrbb. I 214 nimmt an, der Hof sei vielleicht gerade dieser Unruhenwegen — also zur Verstärkung der Stellung Rudolfs im Lande? — im Herbst 1061 nachSchwaben verlegt worden.
71 Vgl. den Anhang II.