22 1056. 1057.
gegenüber den besseren, älteren Quellen allein, jedoch lässt sich dazu sagen:die letzteren hatten ihrerzeit noch keine Veranlassung bei ihren ohnehin etwaskargen Mittheilungen den erst in den siebziger Jahren des Jahrhunderts be-kannter gewordenen Herzog besonders zu beachten, wussten auch vielleichtvon jenem Versprecheji gar nichts, während es zur Kenntniss Ekkehard's ge-langt sein mag, weil er Bamberger Materialien benutzte; denn zu Bambergmochte man sehr wohl über des Hochstifts Vogt in Schwaben, schon auseigenem Interesse, genauer unterrichtet sein. Eines spricht sehr für Ekke-hard's gutes Wissen über die zähringischo Familie, so wenig er auch mit ge-nauer Zeitangabe zu erzählen sich veranlasst sieht: er allein rückt Bertold's ISohn bei der späteren kärnthnischen Angelegenheit in die richtige Stelle,worauf weiter unten eingegangen werden wird. Bertold's II spätere Wahl zumGegenherzog in Schwaben mag wohl die Gelegenheit geboten haben, das alteVerhältniss des Vaters zu eben diesem Herzogthum zu enthüllen und weiterenKreisen bekannt zu machen, während dessen getäuschte einstige Aussicht denfrüher Lebenden verborgen geblieben war. Dass Bertold I nun einmal zu einemHerzogthum ausersehen war, dafür spricht an sich schon die spätere VerleihungKärnthens an ihn. Au Schwaben aber zu denken lag anfänglich viel näher,und nicht deshalb bloss, weil der damalige Schwabenherzog alt war, sein Todbald erwartet werden konnte, sondern auch eben deswegen, weil Bertold'sGrafschaften und Allodien die blühendsten Theile des schwäbischen Herzog-tums ausmachten. Kärnthen an Bertold je zu verleihen, daran dachte manursprünglich nicht; noch um Neujahr 1057 wurde es anderweitig vergeben. Ge-rade schon Kaiser Heinrich III konnte wohl den mit Bertold's liebster Hoffnungübereinstimmenden Gedanken zuerst fassen, in Schwaben diesen Mann noch zuerhöhen, dessen Vorfahren dem Reiche so treue Anhänger und den Kaisernergebene persönliche Freunde gewesen waren. Doch wie dem sei, Heinrich IIIsank in das Grab, ehe eine Neuübertragung Schwabens geschehen konnte, undals erst ein Jahr fast nach dem Kaiser, am 28. September 1057, dann auchder Herzog starb, desseu Tod Schwaben erledigte 06 , da sah sich Bertold durch-aus veränderten Verhältnissen gegenüber.
Ein Knabe von 6 Jahren hiess König; des Reiches Regiment lag über-
Anm. 1, ohne nun aber dabei an das Verhältniss der Zähringer zu Bamberg zu denken.— Meyer von Knoiiau, Jahrbb. des deutschen Reiches unter Heinrich IV und Hein-rich V, Leipzig I, 1890, S. 48, Anra. 48 giebt ebenfalls den Zweiflern an der NachrichtEkkehard's Recht.
68 Otto's Tod zum 28. Sept. 1057 berichten Chron. Wirz. MGSS. VI S. 31 (undEkkehard MGSS. V S. 198; sowie zu 1057 die auch von erstcrem abhängigen Ann. Wirzib.ib. II 244, Ann. Hildcsh. ib. III 104 u. Ann. Zwifalt. ib. X 54) ferner zu 1057 BertoldAnn. ib. V 270; zu 1058 Lambert Ann. SA. 40, Ann. August. MGSS. III 127. (Lambertbefand sich bekanntlich in diesen Jahren auf der Fahrt nach Jerusalem, von der erim Sept. 1059 zurückkehrte.)