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erst Bertold I. und zwar noch in seiner Grafenzeit, in ihrer Ausübung. Ihmbot sich zur Wahrung der Rechte dieser Vogtei i. J. 1050 eine Gelegenheit,die von einer etwas späteren Beurkundung 6a folgendermassen erzählt wird:Der Zürichgaugraf Eberhard (der Selige aus dem Nellenburger Hause) begannim Jahre 1050 — und zwar am Anfang desselben — den Bau des Erlöser-und Allerheiligenklosters zu Schaffhausen und liess für diesen Bau Steineund Sand von einem bestimmten Acker heranfahren, ohne zu wissen, dassdieser der bischöflichen Kirche von Bamberg gehöre. Bertold erfuhr hiervonund liess alsbald als Vogt des Bisthums Eberhard freundschaftlich auf dasvon ihm übersehene Bamberger Besitzrecht aufmerksam machen. Diese Mit-theilung gab Eberhard einen Plan ein, zu dessen Ausführung er durch BotenBertold um eine Unterredung zu Hilzingen bat. Dort, am Fusse. des Hohentwiel,kamen die Grafen am Anfang des März 1050 mit dem Gefolge ihrer Dienst-mannen 03 zusammen und wurden im Sinne des von Eberhard geplanten Tauscheseinig, nachdem Bertold sich durch einen Eid hatte bekräftigen lassen, dass Bam-berg durch den Tausch mehr als es aufgebe gewinne. Eberhard gab von seinemEigengut an das Stift Bamberg zu Händen Bertold's als des Vogt's ein Gutzu Rodrichsstein im Rheinhart, das die von Bamberg im Tausch an Eberhardgegebenen wenig erheblichen Besitzungen in Schaffhausen zwei- bis dreimalersetzte 01 . Die letzteren bestanden, wie eine spätere Bestätigung diesesTausches ou durch den Bamberger Bischof Otto angiebt, aus einem Ackerinnerhalb des Schaffhausener Klostergrundstücks, also demjenigen, aus dem
02 Neuester und bester Druck bei Bau mann, die ältesten Urkk. von Allerheiligenin Schaffhausen, Quellen zur Schweizer Geschichte. III. 1. Basel 1883 S. 6 ff. — DieUrk. nennt Bertold schon Herzog von Kärnthen, seinen Sohn Hermann Markgraf. Dashatte früher zu Verdächtigungen der Urkunde resp. falschen Schlüssen über den Beginnvon Bertold's Herzogsthum (Fickler, Berhtold der Bärtige S. 34, derselbe, Quellen undForschungen S. 14) geführt. Nachdem J. Fickler's Untersuchungen über Handlung undBeurkundung in der Urkundendatirung die Bahn gebrochen, hat Baumann die Schwierig-keiten der Schaffhausener Urk. durch den Hinweis gehoben, dass das Datum derselben(Anf. März 1050) sich auf den Act von Hilzingen bezieht, die uns erhaltene Notitia desSchaffhausener Klosters darüber aber erst nach 1061, freilich nicht viel später aufgesetztist. Die letztere, zur Orientierung der Klosterleute später angefertigt, beruht übrigens aufeinem verloren gegangenen „Chirograph", einer Doppelurk. der unter diesem Namen be-kannten Form, die über den Tausch schon zu Hilzingen aufgenommen und zerschnittenzwischen Bertold und Eberhard vertheilt wurde, vgl. z. 6 der Notitia über 1050{„acripto cyrographo" etc.).
M „convenientes coram militibus suis." Vgl. den Abschnitt über die zähringischenMinisterialen.
61 So heisst es auch „zwei mausen im Rheinhart pro parvulo prcäio" Bambergs inder Urk. von 1102 März 14 bei Baumann 1. c. S. 65. Auch sie beruht offenbar auf demalten Chirograph und zwar dem Exemplar Bertold's.
°' a 1122. Nov. 11. Bamberg, 1. c. S. 106f. Ueber dazwischenliegende Weiterungenin Betreff dieser getauschten Güter vgl. unten z. J. 1102.