Druckschrift 
Über die Strafe des Steintragens
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

55

Kriegent aber zwei weiber oder mehr mit einander und gebengegen einander verbottene wort, so ist ihr iedes 12 ^'). raufent oderschlagent sie an einander, doch alß sie nit merklichen lembnus be-günnen^), so sollen sie den pockstein in dem dorf auf und nidertragen und der richter soll dazue dingen ein pjeifer und ihr mannein pauker 2 ). theten sie aber an einander lembnüß oder verderb-lichen schaden 4 ), so soll man sie strafen als recht ist 6 ),

ÖW. 7, 413, 17 ff. 7, 418. 7, 1060. Minkendorf a. d.Triesting 1452, 16. und 17. Jahrh. Gleichlautend Trumau 6 )17. Jahrh. Beide Orte waren Heiligenkreuzer Besitz. DasTeiding von Kaiser-Steinbruch 7 ) am Leithagebirge [in Ungarn;Heiligenkreuzisch] von 1634 ist um die Zusätze S. 54 Anm. 10und S. 55 Anm. 5 erweitert.

15. Saubersdorf.

Item es vermag auch die gerechtigkait hie zu Sauberßdorf:wo die Weiber an einander außschulden oder aine der anderenverpotne wort gäben und solches auf si weißlich wiert, es war woes wollt, zu feit oder zu gössen, und kämen für gerichl, so sein siwändl schuldig zwen und sechs Schilling der obrigkeit oder si sollden pockstain tragen: so solt der Richter ain zistlfolle*) air kaufennnd solt die jungen knecht, alß vil er zu ivegen kan pringen, zusamfordern und das see es mit den airn werfen als lang si weren,von krichtßhauß auß piß wieder ins Krichthaus im dorf auf undab, so sollt si der zwen und sechs Schilling frei sein.

ÖW. 7, 124, 22 ff. Saubersdorf b. Wr.-Neustadt. 16. Jahrh.Dem Geschlechte Puchheim gehörig.

16. Schatterlee.

Item ob sich gepurt das sich zwo frawn ve>'gässen mit red, soschullen sich die mannen nicht darumb annemen, aber si schullndas bringen an ein richter und das anklagn. und der richter scholl

Bemerkenswerte Änderungen des K.-Steinbrucher Textes sind: l ) 2 u \der Herrschaft. 2 ) doch also daß keine der anderen sonderen schaden zuege-füegel hette. 2 ) ihr mann soll pauken. *) theten sie aber einander beschädigen.

5 ) wan sie allezeit also zwiestreitig sein und keine Besserung zu hoffen ist,die zustüftung auferlegt werden.

6 ) ÖW. 7,413. 7 ) ÖW. 7,1048 f. ") Variante voller.