Druckschrift 
Messerbräuche : Studien zur Rechtsgeschichte und Volkskunde
Entstehung
Seite
89
Einzelbild herunterladen
 

Messerbräuche. Studien zur Rechtsgeschichte und Volkskunde 89

son 1 möchte den Gebrauch des Loses durch Werfen eines Messersmit Sicherheit als dänisch betrachten. Das wäre wohl noch näherzu beweisen. Doch darf darauf hingewiesen werden, daß vereinzeltdie Schöffen der westfälischen Femgerichte sich daran erkannthaben sollen, daß sie beim Essen die Messer derart vor sich legten,daß die Spitze gegen sie gekehrt war 2 . Und im KindermärchenDie zwei Brüder" legen Räuber die Spitzen der Messer zu sich 3 .Löffel und Gabel verkehrt legen ist im Odenwälder Märchen ge-heimes Erkennungszeichen einer Räuberbande.

1 Ebenda II, p. XXX; vgl. Liebermann, Gesetze der AngelsachsenI, 586.

2 Lindner, Die Veme, 1888, S. 486; Besold, Thesaurus practicus,1740, S. 747.

3 Grimm, Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen, hrsg. BolteundPoLivKA I 533.