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Messerbräuche : Studien zur Rechtsgeschichte und Volkskunde
Entstehung
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80
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80 Eberhard Freiherr von Künssberg:

Im Gedicht Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven 1 kommtauch ein Zweikampf mit Messern vor, der aber nicht ganz nachden Regeln zu Ende geht:

swer mir nimpt min ere,

der geniuzet es borvil.

ein spil ich iu teilen wil.

nement disen schirm an iwer hant

und belibent hie bi dirre want,

so wil ich anderhalp gan

und wil iu die wal lan.

ich nim das iwer und ir daz min.

unser einer muoz der erre sin.

swer da triff et, dest gewin:

der ander treit den schaden hin. u

Der junge lobete den rat.

sit mir daz ze wer stat,

so dunket mich daz billich,

daz ir werfent e dan ich,

leider spilgeselle.

got gebe iu ungevelle.

ob got wil, ir vermissent min. u

der wirt huob daz spil an

und warf den jungen wigant

durch den ermel in die want

mit starker volleiste.

ein wenic er sin vleiste

daz er daz bluot rerte.

do gedahte der geserte,

wie er sich schaden möht erholn.

er lie daz werfen und daz boln

und lief hin an den schalch

mit dem mezzer erm bevalch

einen preislichen stich.

In anderm Zusammenhang haben wir das Werfen eines Messersbeim Auslosen der Eidhelfer kennengelernt 2 , ferner das Werfen indas Asyl 3 . In diesem letzteren Falle ist das Messer ein Wahrzeichen

1 Ulrich v. Zatzikhoven, Lanzelet, hrsg. K. A. Hahn, 1845, S. 28.

2 Siehe S. 88.

3 Siehe § 6.