52 E. Fkh. v. Künssberg:
erblich gehalten wurde 1 . Der Fänger im Haschespiel wird viel-fach Hexe 2 genannt, im Auszählverschen kommt die Hexe vor 3 —die Auszählreime werden ja auch als Zauberei betrachtet —, imKettenreime von dem Bauer, der den Knecht hinausschickt, heißtes gegen das Ende : 4
Der Bauer schickt die Hexe naus
Sie sollt den Geier bannen.
Die Hexe wollt nicht Geier bannen
Der Geier wollt nicht Fleischer holen usw.
Der Bauer schickt den Henker naus
Er sollt die Hex verbrennen.
Der Henker wollt die Hex nicht brennen
Die Hex wollt nicht Geier bannen usw.
Der Bauer schickt den Vater naus
Er soll den Henker töten.
Eh ich mich will töten lassen,will ich die Hex verbrennen,
Eh ich mich will verbrennen lassen,will ich den Geier bannenEh ich mich will bannen lassen,will ich den Fleischer holen usw.
Ein Fadenspiel, auch „aufnehmen" genannt, bei dem mitVerknüpfen und Durchstecken von Faden über den Fingern allerleiFiguren gemacht werden, heißt Hexenspiel 5 , wohl weil mancherleiunerklärliche Lösungen dabei vorkommen und auch der Trudenfußdargestellt werden kann. Auch die Butterhexe kommt im Liedchenvor 6 . Der Volksbrauch der Hexenvertreibung Walpurgisabend istin manchen Orten zu den Kindern hinabgesunken und dadurch
1 Vgl. Soldan-Heppe-Bauer, Hexenproz. I, 324. Boesch, Kinder-leben, 91 f. Knapp, Würzb. Zenten II, 581 f.
2 Sie bannt z. B. mit dem Zauberstab, sodaß ihre Gefangenen sich nichtvom Platze rühren können. Handelmann, Volks- und Kinderspiele ausSchleswig-Holstein, S. 65f.
3 Clemen, ZRhWestfVk. 13 (1916), 164f. Ein anderes mit dem Teufel:Andree, Braunschweigische Volkskunde 2 , 397. Auf den Zusammenhang dersinnlosen Auszählsprüche mit den alten Zauber- und Beschwörungsformelnweist mit treffenden Worten hin Laband, Rechtsaltertümer in der Gegen-wart, 5. Vgl. auch Schläger, ZVk. 27 (1917), 120, 213f.
4 Erk-Böhme, Deutscher Liederhort III, 530.
5 Andree, Braunschweig. Volkskunde, 2. Aufl., 446.c Wrede, Rhein. Volkskunde, 98.