— 275 —
Bibliothek (So. 19), jezt in der Universitätsbibliothekzu Giessen mit No. 102 signirt. Auf den ersten10 Blättern sind die Verse abgesezt, mit der leztenZeile auf 10 b beginnt der Schreiber fortlaufend zuschreiben und trennt die Verse, nur durch Puncte. Beiden metrischen Abschnitten des Gedichts ist aber inder Begel ein neuer Absatz gemacht.
Die Anfangsbuchstaben der Verse sind gewöhnlichrot durchstrichen, die Initialen der Abschnitte rot ge-malt, einige sind nachzumalen vergessen. Jede Seiteist durch Linien eingeramt, die Verszeilen sind feinliniirt.
Nach Weigands Beobachtung arbeiteten mehrereSchreiber an der Handschrift: der erste schrieb Bl. 1 —27 b , der zweite 28—31, ein dritter wiederholte 32 aoben gedinge vom Schluss des Blattes 31 b und hörteam Fuss von 32 b mit ver bereits auf. Darauf sezteein vierter auf 33 a ein, der bis 42 schrieb; die Fort-setzung von 43 bis 52 b gehört einem fünften an, dessenHand gross und steif ist. Das übrige von Bl. 53—100ist einem sechsten zuzutheilen. Die Tochter Syon selbstschliesst auf 99 b . Bl. 100 folgt ein fremdes Gedichtvon den acht Jungfrauen, welche die Tochter Syon zuJesu leiten sollen. Es ist nicht zu Ende geschrieben.
Die Handschrift war in alter Zeit (15. Jh.) inWien, wie sich aus den unter der Überschrift auf Bl. 1 *Hie hebt sich an die tochter von syon befindlichenWorten vnd chort cm sand larenczen ceu winn ergibt.Das vor diesen Worten stehende Liefe h^re ist vonandrer Hand geschrieben. Senkenberg erwarb denCodex wol in Wien.
Ich besitze von G wie von P eine sorgfältige Ab-schrift Weigands. Über die Giessener Handschrift hat
18*