genossen, um nicht zu sagen als Schüler des Br. Davidvon Augsburg. Dieser aber war schon NovizenmeisterBruder Bertholds zu Regensburg gewesen, mit demzusammen er später (1246) als berufener Vertrauens-mann der dortigeji Minoriten erscheint. 1 ) Davids Wirk-samkeit im Begensburger Convent wird darnach schonin den dreissiger Jahren des 13. Jahrhunderts geblühthaben, zu einer Zeit also, in der wir unsern Lamprechtin Verbindung mit den Brüdern vermuteten. Eine einiger-massen sichere Zeitbestimmung erhalten wir aber wederfür Gerhards Stellung im Begensburger Minoritenklosternoch für seine Würde als Provinzialminister.
Für die Zeitbestimmung der Tochter Syon kannjene bekannte Stelle noch gebraucht werden, in derLamprecht von den ekstatischen Frauen in Brabant undBaiern spricht, S. 2838 ff. Denn es müste auffallen,dass er hier nicht auch Sachsen (Thüringen und dasMagdeburger Land) nennt, aus dem in der zweitenHälfte des 13. Jahrh. so begnadigte Frauen wie Mechtildvon Magdeburg, Gertrud und Mechtild von Hackebornund die Nonne Gertrud von Helfta hervorgiengen, wennLamprecht tiefer in diese spätere Zeit hineingehörte.
Unter fernerer Berücksichtigung seiner Sprache undVerskunst, die ihn ebenfalls nicht zu den Spätlingenschieben, gelangen wir zu dem Schluss: Lamprecht vonBegensburg hat, nachdem er mehrere Jahre mit denBegensburger Minoriten verkehrt hatte, nach dem J. 1237jedenfalls, zu einer Zeit, als Br. Berthold bereits in An-sehen stund, das Leben des h. Franz in deutschenBeimen übersetzt. Er hat später den früher schon
x ) Preger Gesch. der deutschen Mystik im Mittelalter I, 274.Berthold v. Kegeusburg herausg. von Frz. Pfeiffer I, XII. XX.