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Sechste Rede bey dem eilfhundertjährigen Jubelfeste des heiligen Bischofes Suitbertus, Apostels hiesiger Gegend und der benachbarten Länder : vorgetr. d. 11. des Monats Julius 1817 in d. Pfarrkirche zu Kaiserswerth
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Sie soll nicht allein die Religion des gemeinenMannes seyn, sondern auch die Religion derWeisen, weil sie ein Werk der ewigen Weisheitist. Sie ist die helleuchtende Sonne, die allenMenschen, welche in diese Welt kommen,leuchtet, (Joh. K. 1. V. 9.) und sie erwärmenſoll. Vollkommen ging ſie hervor aus dem Mundedes Sohnes Gottes, und Menschenhände konntensie weder verbessern, noch durch Kunstgriffe verder-ben. Menschliche Wissenschaften kommen nach undnach erst zu ihrer Reife; sie aber zeiget sich aufeinmal ganz vollständig, ganz ausgemacht. Gleichbey ihrem Anfange ist sie so weislich eingerichtet,daß der Gelehrte sich nie etwas Vollkommneres,und schöneres schildern konnte, und obschon sie soerhaben ist, so läßt sie sich doch von jedem ohne Be-schwerniß fassen; denn gleichwie sie von Gottkommt, so führet sie auch alles zu Gott wiederzurück. Gott hats geſagt: Dies beruhiget denGelehrten, und den Ungelehrten, dies allein be-friediget den Verstand, führet die Vernunft aufsichere Wege, sättiget die Herzen, und stillet alleWißbegierde.Der stolze Mensch empöret sich zwar gegen dieseVerdemüthigung; er biethet alle Kunstgriffe auf,das Ansehen dieses Gottes zu schwächen / alleinvernichten will ich, sagt Gott, die Weisheitder Weisen, und zu Schande machen dieKlugheit der Klugen, denn da die Welt vorStolz und Weisheit Gott in seiner Weisheitnicht erkannte, so gefiel es Gott, durcheinen thöricht scheinenden Lehrvortrag dieGläubigen zu beselegen. (1. Kor. K. 1. V.19. 21.