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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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11 2 II. Die Kriege am Ende des 17. und am Anfange des 18. Jahrhunderts.

Diedenhofen, Saarlouis und Metz, das damals schwach befestigt war, zuerobern und über Lothringen in die Grenzen des eigentlichen Frank-reichs einzudringen. In Folge dessen stellten zum Frühjahre 1705 dieVerbündeten an der Mosel 60,000, an der Maas 30,000 und an derScheide ebenfalls 30,000 Mann auf. Ludwig XIV., der beschlossenhatte, in den Niederlanden defensiv zu operiren, stellte den Verbündeten32,000 Mann unter dem Befehle Villeroi's in den befestigten Linien in derNähe von Mastricht, sowie 56,000 Mann unter dem Befehle Villars' ander Mosel gegenüber. Trotz dieser bedeutenden Streitkräfte auf beidenSeiten und des so entschiedenen Operationsplanes der Verbündeten,beschränkte sich der Feldzug im Jahre 1705 auf Manövriren und be-ständiges Hin- und Hermarschiren, und zwar ganz resultatlos. Am An-fange des Feldzuges trafen die Verbündeten sehr viele Vorbereitungen,aber ihre Truppen sammelten sich so laugsam, dass Villars, der ihreAbsicht errieth, Diedenhofen und Metz durch Einnahme der Positionam rechten Moselufer oberhalb Sierck decken konnte. Anfang Juli trafMarlborough mit 42,000 Mann bei Sierck ein, verblieb dort zwei Tage,in Erwartung des Prinzen von Baden, der mit Verstärkungen aus Deutsch-land herankommen sollte, in Unthätigkeit und marschirte endlich, ohneseine Ankunft abzuwarten, nach den Niederlanden, wo Villeroi Huy er-obert und Lattich belagert hatte. Da Hess Villars, nachdem er Villeroi23,000 Mann zu Hülfe gesendet, 9000 Mann an der Mosel gegen denmit 19,000 Mann herangerückten Prinzen von Baden, eroberte selbstmit 27-,000 Mann Trier und marschirte zum Mittelrhein, um sich mitMarsin zu vereinigen. Nachdem Villeroi von dem Anmärsche Marl-borough's erfahren, zog er sich in die an der Quellgegend der Flüsse Jaarund Mehaigne errichteten befestigten Linien zurück. Marlborough unter-nahm einen Scheinangriff auf diese Linien von der Seite des FlussesMehaigne aus, durchbrach sie aber an einer andern Stelle und zwang dieFranzosen, hinter den Fluss Dyle nach Löwen zurückzuweichen. Hierwollte er sie angreifen, aber die bei ihm befindlichen holländischen Com-missare, sowie die ihm untergebenen holländischen Generäle Hessen esnicht zu, sondern nöthigten ihn, von der Dyle sich zurückzuziehen.Darauf eroberte Marlborough Leau, schleifte die französischen Linien,marschirte nach Santvliet und eroberte diese kleine Festung, womitder Feldzug endete.

Im Jahre 1706 war die 70,000 Mann starke französische Armee unterVilleroi's Oberbefehl in der Nähe von Tirlernont in den befestigten Linienhinter der Dyle aufgestellt. Marlborough concentrirte zwischen Tongernund St. Truijen 60,000 Mann und fing an Namur zu bedrohen. ZurDeckung dieser Festung nahm Villeroi Stellung beim Dorfe Bamillies,mit dem rechten Flügel nach dem Dorfe Taviers an der Mehaigne und