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Die Werke Canova's : Sammlung von lithographirten Umrissen nach seinen Statuen und Bas-reliefs
Entstehung
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Statuen überzogen hat. Man vermuthet, dass die Antikeneines Apollo, einer Venus und eines Antinous, die uns durchihre markichten Umrisse entzücken, einst künstlich so zube-reitet worden j mehrere Schriftsteller, unter andern Plinius,haben uns die Versicherung hinterlassen, dass Praxiteles demKicias die Sorge anvertraute, seinen Werken eine günstigeremildere, und gleichere Farbe zu geben. Phidias hat Elfen«bein und Gold angewandt: wem ist jemals eingefallen, eineAnklage hieraus gegen ihn zu bilden?

Zwei Thatsachen gehören dem Leben Canova's an, diewir wegen der innigen Verbindung, in welcher sie mit derGeschichte seiner Zeit stehen, nicht mit Stillschweigon über-gehen dürfen.

Die kolossale Statue Ferdinand IV, die durch den Drangder Ereignisse, welche diesen Fürsten zu dem klugen Ent-Schlüsse nöthigten, sich in Sicilien ru verschanzen, unterbro-chen worden war, wäre vielleicht nie vollendet worden} sieschmachtete in einem dunkeln Winkel von Canova's Werk-stätte : als einer der französischen Krieger sie entdeckte, derdamals auf einem europäischen Throne sass. „VollendenSie sie, sagte Joachim zu dem Künstler: es ist ein Denk-mal, das der Geschichte des Reichs angehört."

Wenige Zeit verstrich, so starb der Beschirmer der Sta-tue, erschossen auf Befehl des Urbildes *).

Das Pferd, das die Statue Carls des Dritten, Königsvon Spanien, trägt, wurde für die Bildsäule Napoleons mo-dellirt. Der Eroberer schätzte das Talent Canova's ganz be-sonders \ doch war er nie ganz mit seinen Bemühungen zu-frieden, wann jener es versuchte, sein eignes Bild auszu-drücken. Vor dem nackten Athleten, der sein Porträt seynsollte, hatte der Kaiser zu einem seiner Höflinge gesagt:„Meint dieser Bildhauer, ich gewinne meine Schlachten mit

P) Nach der Versicherung öffentlicher Blätter der damaligen Zeit,war die Begnadigung Murats vom Könige Ferdinand ausgespro-chen,- der Ueberbringer dieser Botschaft kam aber zu spät,