Ueber das Leben und die WerkeC a n o v a ? s*
Brief an Herrn
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Gegen das Ende des Jahres I8l5> an einem Abende jenerOctobertage, die zu Rom noch so schön sind, und welcheder Wandrer benützt, um Ruinen, oder zuweilen die Ar-beiten gleichzeitiger Künstler zu beschauen , waren wir aus-gegangen, eine Pflicht der Höflichkeit gegen einen unsrerLandsleute zu erfüllen, der ein bedeutendes Amt bei derfranzösischen Verwaltung bekleidete. Wenn die Nacht ein-bricht, so verschwinden eure schönsten Träume in Rom) daihr nicht mehr mit den Denkmälern der vergangenen Jahr-hunderte leben könnet, so müsst ihr wohl wieder Mitbürgerder Gegenwart werden.
Die französische Familie war, ohne Licht in dem gros-sen Saale des Pallastes N. um ein ungewöhntes Feuer ver-sammelt. Hingerissen durch das Gespräch des einzigen Ita-lieners, der zugegen war, hatte Niemand bemerkt, dass dieBesuchsstunde herannahte, und dass die Etiquette Lahaien ?Reverenzen und Lichter verlangte. Ich trat geräuschlos ein.Der Herr des Hauses hiess mich mit einer stummen Ge-berde auf einem Stuhle neben dem seinigen Platz nehmen,,und empfahl mir mit einem Winke Aufmerksamkeit. DieseAufmerksamkeit war leicht: nie hatte ich das Toscanischemit so viel Grazie und Feinheit reden hören. Die Erzäh-lung des Fremden schien voll Feinheit und Beredsamkeit.
Bald aber verdrängten ihn andere Besuche 5 er entferntesich mit der etwas gezwungenen Bescheidenheit seines Lan-des •} als er uns verlassen hatte, sagte mein Landsmann zumir: „Wissen Sie, wer dieser Mann ist? — Es istC a n o v a! "
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