Druckschrift 
3 (1867)
Entstehung
Seite
XIII
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tigkeit der mittellose Graf an die Spitze des deutscheu Reiches ge-stellt worden. Der Neugewählte seihst wusste aber recht wohl, dasser nur der Energie des Erzbischofs von Köln seine Erhebung zu ver-danken hatte. Sowohl in der Handfeste, welche er vor der Wahldem Erzbischof gegeben hat, wie in der Erneuerung der Ver-sprechungen, welche drei Wochen nach der Wahl ausgestellt worden,hebt Adolf diese Thatsache in dürren, klaren Worten hervor. Injener spricht er davon, was er thun werde, wenn er durch die Be-förderung, Mühe und Thätigkeit des Erzbischofs Sigfrid, der seineStimme ihm zuwende, zum römischen Könige ernannt und erwähltsein werde; in dieser sagt er, dass Sigfrid es vor Allen und vorzüg-lich gewesen sei, der ihn auf den deutschen Thron befördert habe.Dem Neugewählten schmeichelte es, sofort in dem vollen Scheinseiner neuen Würde zu prunken, gleich vom Tage der Wahl an seinvolles Recht zu zählen und sofort den vollen königlichen TitelRo-manorum rex semper augustus" zu führen. Nur Einem Fürsten,dem Erzbischof von Köln gegenüber, trug er Bedenken, schon vorder Krönung als vollberechtigtes Haupt des Reiches aufzutreten. Bisjetzt war keine Urkunde bekannt, in welcher er sich blosserwählterKönig" genannt hätte. In der Urkunde Nr. 368 aber steigt er vonseiner stolzen Höhe herab und bedient sich der hergebrachten Form,unter welcher all seine Vorgänger in der Zeit von der Wahl bis zurConsecration ihre Urkunden ausstellten. Es ist dies der zu Gunstendes Erzbischofs Sigfrid ausgestellte Bestätigungsbrief. Adolf wussterecht wohl, dass er diesem Fürsten gegenüber nicht eher sein vollesAnrecht auf den Thron beanspruchen könne, als bis er seine Ver-sprechungen erfüllt oder wenigstens hinreichende Sicherheit gegebenhabe. Dem König sowohl wie dem Erzbischof musste es aber baldklar werden, dass die Verwirklichung all dieser Verheissungen vorder Krönung ganz unmöglich sei. Darum gab sich Sigfrid vorläufigzufrieden, als ihm dergewählte König" sämmtliche Bewilligungennochmals bekräftigte und bestätigte. Es geschah dies zu Boppardam 29. Mai, in Gegenwart des Grafen Walram von Jülich, Walramvon Bergheim, Hartard von Merenberg, Salentin von Isenburg, desSchenken Matthias von Are, des Domdechanten Wicbold, des bonnerPropstes Reinhard und einiger anderer geistlichen und weltlichenHerren. In dieser Urkunde spricht Adolf nicht alsrex semperaugustus", sondern alsAdolfus in regem electus", und er siegeltnicht mit dem königlichen Siegel, sondern mit demjenigen, dessener sich als Graf von Nassau zu bedienen pflegte.Da der Erzbi-schof Sigfrid von Köln", heisst es hier,die erste und vorzüglichste