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3 (1867)
Entstehung
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VIII
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Grafen von Nassau noch von der Schlacht hei Worringen her ver-schuldet gewesen, auf diesen aufmerksam gemacht worden sei. Ebenso berichtet Levold von Northof, Adolf sei vorzüglich auf BetreibenSigfrid's, der sich mit Hülfe des neuen Königs an seinen Feindenrächen zu können gehofft habe, gewählt worden. Auf Grund dieserBerichte halten die meisten deutschen Historiker es für ausgemachteThatsache, dass Gerhard auf Zuspruch des kölner Erzbischofs denNassauer in die Wahl gebracht und durchgesetzt habe. Dagegenerzählt Petrus von Zittau in dem Chronicon aulae regiae, der Erz-bischof von Mainz habe in Folge geheimer Unterredungen mit denböhmischen Bevollmächtigten, an deren Spitze der meissener PropstBernhard von Camenz stand, auf Ansuchen des Königs Wenzel denGrafen Adolf zum König gewählt. Dieser Angabe folgen von denneueren Geschichtschreibern die Böhmen Franz Palacky und Pro-fessor Tomek in Prag.

Durch die auf diese Frage bezüglichen Urkunden dieses Bandes,Nr. 367, 368, 372, 379 und 384, wird des kölner Erzbischofs Sig-frid hervorragender Einfluss auf Adolfs Wahl zur historischen Ge-wissheit erhoben und der Beweis geliefert, dass Sigfrid nicht so sehrvon einem sentimentalen Gefühle der Dankbarkeit, als von selbst-süchtiger, politischer Berechnung geleitet wurde, als er mit kräftigerHand und energischem Willen in die Wahlangelegenheit eingriff undseinem Candidaten die deutsche Königskrone verschaffte. DieserCandidat war der Graf Adolf von Nassau. Es war ein kühner Ge-danke, einen verhältnissmässig armen Keichsgrafen, dazu einen Sold-krieger und einen Ministerialen eines Wahlfiirsten, des PfalzgrafenLudwig, als Herrscher über so viele mächtige und ehrgeizige Reichs-fiirsten erheben zu wollen. Aber Sigfrid, voll stolzen Selbstvertrauens,war nicht der Mann, der vor der Durchführung der schwierigsten undabsonderlichsten Plane zurückschreckte. Zur Verwirklichung seinesPlanes scheute er nicht, zu den Waffen zu greifen und durch Blutund Kampf seinem Candidaten den Thron zu sichern. Darum musstedieser ihm das Versprechen geben, dass er das durch des KölnersWahl erworbene Recht auf Krone und Reich nicht aufgeben werde,auch wenn Sigfrid nicht im Stande sein sollte, sämmtliche Fürstenzur Anerkennung des Mannes seiner Wahl zu bestimmen. Für diesenFall scheint er sich vor Allem der thätigen Beihülfe des Grafenvon Jülich, versichert zu haben; bedang er doch für diesen nichtunbedeutende Vortheile und Begünstigungen aus. Er scheint beidem Gedanken an mögliche blutige Verwicklungen weniger eineUneinigkeit im Wahlcollegium im Auge gehabt zu haben, als einen