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1 (1893)
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354
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354 HI. Ottonen. § 5. Magdeburg. Merseburg.

dann unabhängig davon von G. Voigt entdeckt, von W. v. Giese-brecht in ihrem Werth erkannt und herausgegeben worden 1 ). Durchjenes in Rom verfafste Leben Adalberts wurde aber auch einerseiner ehemaligen Genossen auf der Schule zu Magdeburg angeregt,aus eigener Erinnerung und nach den Mittheilungen von AdalbertsFreunden und Gefährten Radla und Gaudentius die ihm vorliegendenLebensnachrichten zu ergänzen, und so eine neue Bearbeitung zuStande zu bringen, in welcher das Ende des Märtyrers schon vonder einfachen Wahrheit sich weiter zu entfernen scheint. Der Ver-fasser derselben war Brun, aus dem Hause der Edelen von Querfurt,welcher von derselben weltverachtenden Frömmigkeit und derselbenSehnsucht nach dem Märtyrertode beseelt war. Er benutzte eineAufzeichnung des Prager Domprobstes Willico, welche auch JohannesCanaparius (unten § 19) vorgelegen hat.

Dieses Leben Adalberts 2 ) ist in einer widerlich blumenreichenund salbungsvollen Sprache verfafst, aber charakteristisch für dieseaufs äufserste getriebene Ascetik und in seinem Inhalte lehrreich;Brun verfafste es in Ungern um das Jahr 1004, als er im Begriffewar, dem Beispiele seines Freundes zu folgen. Zum Erzbischof derHeiden geweiht, ging er zuerst gegen Ende des Jahres 1007 vonUngern aus durch Rufsland zu den Petschenegen, und nachdem erdiese seiner Meinung nach bekehrt hatte, zu Boleslaw von Polen,von dessen Hofe aus er einen sehr merkwürdigen und lehrreichenBrief an Kaiser Heinrich II schrieb 3 ). Auch verfafste er im Jahre

') Eine bisher unbekannte Lebensbeschreibung des heiligen Adalbert(Passio S. Adalberti). Separatabdruck aus den Neuen Preufsischen Provin-zialblättern, 3. Folge, V. Band 1. Heft, Königsb. 1860. Wiederholt im SS.Rer. Pruss. I, 235—237; vgl. II, 412. Aus demselben Cod. lat. Mon. 18897in den Mon. Poloniae hist. ed. Bielowski I, 151—156 mit Facsimile. Fon-tes Rerum Boh. (Pragae 1873) I, 231—234. Ed. Waitz, SS. XV, 2, 705bis 708. Uebers. von Wattenbach, Geschichtschr. X, 7 (Bd. 34) 1891. Vgl.Zeifsberg, Poln. Geschichtschreibung S. 19—22. Giesebr. I, 789. Das ersteWunder der Passio wird, wie Bielowski nachgewiesen hat, in der Chronikvon Moyenmoutier SS. IV, 92, doch nicht ganz übereinstimmend, erwähnt.

2 ) Vita S. Adalberti and. Brunone ed. Pertz, MG. SS. IV, 577. 596 bis612. Bielowski I, 184—222 mit Benutzung einer Handschrift aus Ochsen-hausen in Koenigswart. Fontes Rer. Boh. I, 266—304. Vgl. Giesebr. I,789. — Miracula S. Adalberti aus dem dreizehnten Jahrhundert, SS. IV,613—-616 und nach einer Danziger Handschrift verbessert von Toppen SS.Rer. Pruss. II, 412—420, wo c. 4 perterriti statt pertriti zu lesen ist undperstiterant statt des unsinnigen prescierant. Fontes Boh. I, 305—312 mitdens. Fehlern; Versus de Adalberto Quatluor immensi p. 313—334. HymnusLaudem dignam NA. X, 180—185.

3 ) Zuerst von Hilferding in einer russischen Zeitschrift herausgegeben,dann mit Emendationen von Jaffe bei Miklosich und Fiedler, Slav. Bibl.II, 307, und endlich von demselben nach der Handschrift berichtigt in