Druckschrift 
1 (1893)
Entstehung
Seite
34
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34 Einleitung. § 5.

deren Abweg war L. Haeusser gerathen, indem er durch die vonSchlosser ihm mitgetheilten Briefe des Herrn Galiffe in Genf) sichverleiten liefs, auf dessen wunderliche Ideen von systematischerFälschung der Quellen in grofsem Umfange einzugehen. Freilichbewahrte ihn sein richtiger kritischer Sinn vor völliger Zustimmung;vielmehr widerspricht er häufig den Behauptungen Galiffe's, dochist er noch immer geneigt, ihnen zu grofse Bedeutung beizulegen.Uebrigens enthält diese SchriftUeber die Teutschen Geschichtschreibervom Anfang des Frankenreichs bis auf die Hohenstaufen" (Heid. 1839)manche treffende Bemerkung, beruht aber noch auf zu ungenügendenStudien, um das vorgesteckte Ziel erreichen zu können. Haeusserwar damals noch Lehrer in Wertheim; er hat sich später anderenGebieten zugewandt und diesen Gegenstand nicht wieder berührt.Noch war auch die Lage der Dinge so, dafs fast nur in dem Kreiseder Mitarbeiter an den Monumenta Germaniae die hinlängliche Ver-trautheit mit dem ganzen Quellengebiet erreichbar war, welche dieLösung der vorliegenden Aufgabe möglich machte. Von hier austrat nun G. Waitz mit einer Arbeit auf, welche zuerst einen bleiben-den Werth in Anspruch nehmen kann. In Kiel gehaltene Vorträgeweiter ausführend, gab er 1844 und 1845 in W. A. Schmidts Zeit-schrift für Geschichtswissenschaft II, 3958, 97114, IV, 97112Ueber die Entwickelung der deutschen Historiographie im Mittel-alter" eine Darstellung, welche als grundlegend auf diesem Gebietbetrachtet werden mufs, und lange Zeit für diese Studien das vor-züglichste Hülfsmittel blieb. Die Absicht, den Gegenstand in einemgröfseren Werke eingehender zu behandeln, brachte Waitz jedochnicht zur Ausführung und suchte dagegen durch eine von der Göt-tinger Gesellschaft der Wissenschaften gestellte Preisfrage eine Be-arbeitung von anderer Hand hervorzurufen. Schon früher mit demPlane eines solchen Werkes beschäftigt, nahm ich hiervon Veran-lassung zu der 1858 erschienenen ersten Auflage des hier vorliegen-den Buches, welchem 1866 die zweite, 1873 die dritte, 1877 dievierte, 1885 die fünfte folgten. Eine sehr nützliche und willkommeneErgänzung desselben gewähren die von W. v. Giesebrecht inseinerGeschichte der deutschen Kaiserzeit" mit den einzelnen Ab-schnitten verbundenen Uebersichten der Quellen und Hülfsmittel,welche von anderem Gesichtspunkt ausgehen und über mancheQuellenschriften sehr lehrreiche Bemerkungen enthalten. Unter-

') Diese Briefe sind nur autographirt vorhanden; vgl. die Lobpreisung:Notice sur la vie et les travaux de J. A. Galiffe (Geneve 1856) S. 56.