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2 (1894)
Entstehung
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497
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Fälschungen. 497

Csiker Szeklerchronik, welche 1790 der Siebenb. Ung. Gesellschaft einge-reicht wurde, s. Marczali, Ung. Geschichtsquellen S. 162.

Aus dem Rheinland ist die Altenberger Chronik zu nennen,welche Aschenberg anführt; s. Ficker, Engelbert der Heilige S. 202. InDortmund schreibt Rubel dem Rector der Benedictscapelle, Heinrich vonBroke, welcher nach langen Streitigkeiten mit dem Rathe 1404 ausgewiesenwurde, die Fälschung der absurden Chronik der Rectoren jener Capellezu, welche Jos. Hansen, ihm gegen Koppmaan zustimmend, um 1384 an-setzt. Hansens Ausgabe mit der Einleitung NA. XI, 491550 kann wohlals endgültig und abschliefsend betrachtet werden.

Als ein arger Fälscher ist nun auch Bodmann entlarvt, dessen An-gaben zu vielen vergeblichen Nachforschungen veranlafst haben, s. C. Hegel,Mainzer Chroniken II, S. 5ff. Auch dem Schweizer Forseher B. F. v. ZUr-lauben sind umfassende Fälschungen von Jahrzeitbüchern und Neurologiennachgewiesen durch Th. v. Liebenau, Anz. f. Schweiz. Gesch. N. F. XIII,N. 5. Ueber eine angebliche Naumburger Chronik von BenedictTaube s. P.Ewald, Walram v. Naumb. S. 86.

Aus Frankreich sind die Acta episcoporum Cenomanensiumin so fern hierher zu rechnen, als eine grofse Menge gefälschter Urkundendarin enthalten ist, und die Thatsachen mit Rücksicht darauf entstellt sind,s. I, 303. Eine ganz späte Fälschung von 1768 ist das ChroniconMaceriense oder Signiacense, s. Archiv XI, 211215, N. A. XI, 441.Derselben Zeit gehört das Fragment einer angeblichen franz. Reim-chronik über die Familie Baufremont in Verbindung mit gefälschtenUrkunden, als Fragmentum genealogicum de comitibus de Dagsburg et dedominis de Bauffremont c. a. 1180 gedr. bei Schöpflin, Als. dipl. I, 274,s. L. Delisle, Litt. lat. et hist. du Moyen-age (Instructions etc.) 1890 S. 53bis 59.

England verdanken wir die fabelhafte Passio S. Albani, von derMatthaeus Paris, berichtet, was man in St. Albans erzählte, sie sei in denRuinen der alten Römerstadt Verulam aufgefunden, durch einen uraltenPriester, der darin Schrift und Sprache der alten Britten erkannte, über-setzt und dann in Staub zerfallen. Weit wichtiger aber ist der von Vielenachtlos als echt benutzte Ingulf von Croyland nebst seiner demPetrus Blesensis angedichteten Fortsetzung, welche beide von F. Lieber-mann als Fälschungen des 14. Jahrhunderts nachgewiesen sind, NA. XVIII,255-265.

Einen reichen Schatz von Fälschungen besitzt Italien, und dieserhat noch in neuer Zeit durch die Pergamene di Arborea einen be-deutenden Zuwachs erhalten. Wir können sie wohl als wissenschaftlichbeseitigt betrachten durch das Gutachten von Jaffe, Tobler, A. Dove undTh. Mommsen im Monatsbericht der Berliner Akademie vom Januar 1870S. 64104. Girolamo Vitelli verbindet mit der gleichen EntscheidungNachrichten über andere gefälschte Manuscripte sardischer Herkunft inSiena und Florenz, in seiner Schrift: Delle carte di Arborea e delle poesieWattenbach, Geschichtsquellen II. 6. Aufl. 32